Vorwort

Ich gehe für diesen Artikel davon aus, dass es sich um eine selbstgehostete Installation von WordPress handelt, da ich nicht sagen kann, wie es sich bei den von wordpress.com gehosteten Blogs verhält. Wer möchte, kann diesen Artikel gerne auffassen und dies eventuell für die wordpress.com-Blogs bei sich erläutern.

Voraussetzungen

Also, hier nun einige Voraussetzungen, die man braucht, um seine WordPress-Seite mit Piwik Analytics zu verheiraten.

  • Webspace (besser einen eigenen Server)
  • zwei Datenbanken (eine für WordPress und eine für Piwik)
  • Zugriff auf den Webspace per FTP
  • einen Browser :-)

Vorbereitungen

Als erstes sollte man die Datenbanken einrichten. In den Voraussetzungen sprach ich von zwei Datenbanken. Das hat seinen Grund, denn wir trennen die Datenhaltung von WordPress und Piwik voneinander. Da es sich hier um zwei unterschiedliche Systeme handelt, sollten natürlich auch die Datenbanken getrennt sein.

Nun sollte man sich die Daten der Datenbanken notieren, die werden bei der Installation gebraucht.

Datenbank 1 (WordPress)

Host: localhost
User: nutzername
DB Name: wordpress-db
DB-Passwort: ganzgheimespasswort
Tabellenpäfix: my_wp_

Datenbank 2 (Piwik)

Host: localhost
User: nutzername
DB Name: piwik-db
DB-Passwort: ganzgheimespasswort
Tabellenpäfix: my_piwik_

Nachdem die beiden Datenbanken erstellt und die Daten notiert sind, kann es schon mit der Installation der beiden Systeme losgehen.

Installation

Diese ist bei beiden Systemen denkbar einfach. Hier wird nun der FTP gebraucht, den ich eingangs erwähnte.

WordPress

Zunächst muss WordPress als .zip-Datei heruntergeladen werden. Diese wird nun erst einmal auf dem eigenen Rechner entpackt und die darin enthaltene Datei wp-config-sample.php angepasst und als wp-config.php abgespeichert. In der Beispieldatei steht vieles beschrieben, was die Konfiguration schon etwas einfacher macht.

Die Datenbankeinstellungen sind gleich am Anfang der Datei zu finden. Hier werden die Daten von Datenbank 1, also der Datenbank, welche für WordPress angelegt wurde, eingetragen. Sieht dann in etwa so aus:

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
/**  MySQL Einstellungen - diese Angaben bekommst du von deinem Webhoster. */
/**  Ersetze database_name_here mit dem Namen der Datenbank, die du verwenden möchtest. */
define('DB_NAME', 'wordpress-db');

/** Ersetze username_here mit deinem MySQL-Datenbank-Benutzernamen */
define('DB_USER', 'ganzgheimespasswort');

/** Ersetze password_here mit deinem MySQL-Passwort */
define('DB_PASSWORD', 'password_here');

/** Ersetze localhost mit der MySQL-Serveradresse */
define('DB_HOST', 'localhost');

/** Der Datenbankzeichensatz der beim Erstellen der Datenbanktabellen verwendet werden soll */
define('DB_CHARSET', 'utf8');

/** Der collate type sollte nicht geändert werden */
define('DB_COLLATE', '');

Den Zeichensatz und den Collate-Type sollte man so lassen, wie sie in der Datei stehen.

Im nächsten Abschnitt kommen die Sicherheitsschlüssel. Diese werden verwendet um Nutzerpasswörter zu salzen, also mit einem zusätzlichen Hash zu versehen, um diese nicht so einfach aus der Datenbank herauslesen zu können. Diefse Sicherheitsschlüssel können auf der Seite https://api.wordpress.org/secret-key/1.1/salt/ generiert werden lassen. Kann dann zum Beispiel wie folgt aussehen:

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
/**#@+
 * Sicherheitsschlüssel
 *
 * Ändere jeden KEY in eine beliebige, möglichst einzigartige Phrase.
 * Auf der Seite {@link https://api.wordpress.org/secret-key/1.1/salt/ WordPress.org secret-key service} kannst du dir alle KEYS generieren lassen.
 * Bitte trage für jeden KEY eine eigene Phrase ein. Du kannst die Schlüssel jederzeit wieder ändern, alle angemeldeten Benutzer müssen sich danach erneut anmelden.
 *
 * @seit 2.6.0
 */

define('AUTH_KEY',         'B}(*,3QG[llb~eNFN3tcUV8F*dxIrRfrl0Uglvqo#]qPP!E[F8+|]);L-m]G0%Y/');
define('SECURE_AUTH_KEY',  'H&r4bUO!0d/~R_37X]Co31>:B+u*l-SPN}>^4j?ceOZ.CVL./I`X`!T[6u-1]neQ');
define('LOGGED_IN_KEY',    'aX[ooZH`{Hk?LAx}ijIy#CLd)e-~_lON-vvGR-kc?62sk=I=tcUN+v|FEnjlNA@u');
define('NONCE_KEY',        'F%XazxZ@nv5)Ty9.K-|>H_wsCo4/z+[APkQc|zvTden6.D J-ft6W<,Hawc-^i[s');
define('AUTH_SALT',        'k[?t8 K!(vHP@FUWNXczS;H7;aR:U/[c)w`dzn#?=_{Kw26~bb`|5z>2nIcHib)*');
define('SECURE_AUTH_SALT', 'N7@E.QI::SokRL~B{s7|{_DdXn*C~1DT~+8%s1OOCP)o9XAt5nKwyeP}/f3-~(|d');
define('LOGGED_IN_SALT',   'tR=Gd4wgvEt&j8f.o6;)lb/X4JE=4OYv6vQ67up&$u,j36R:/?7M(%=hH:8~ruXA');
define('NONCE_SALT',       '_5X-@,O,/D]SWbDzERiTx@ph4hmr|vG*-InOgJLY25iDg.uS61z!khDE}HXa2&c*');

Hinweis am Rande: Diese hier solltet ihr nicht unbedingt hernehmen, sondern eigene generieren lassen.

Nun ist das Tabellenpräfix an der Reihe. Auch dafür gibt es eine Zeile in der wp-config.php in der der von uns gewählte Präfix hinterlegt wird. Dieser sollte auf jeden Fall geändert werden, da somit die Tabellen in der Datenbank einen einzigartigen Namen bekommen, was die Sicherheit doch schon etwas erhöht.

1
2
3
4
5
6
7
/**
 * WordPress Datenbanktabellen-Präfix
 *
 *  Wenn du verschiedene Präfixe benutzt, kannst du innerhalb einer Datenbank
 *  verschiedene WordPress-Installationen betreiben. Nur Zahlen, Buchstaben und Unterstriche bitte!
 */

$table_prefix  = 'my_wp_';

Der Rest der Datei kann so übernommen werden, wie er da steht.

Nun kann WordPress mittels FTP auf den Server überspielt werden. Um die Installation abzuschließen gebt nun die URL zu eurem WordPress in einem Browser eurer Wahl ein und folgt den Anweisungen.

Piwik

Widmen wir uns nun der Analysesoftware Piwik. Diese ist fast noch einfacher zu installieren als WordPress, denn hier muss man nicht erst eine Konfigurationsdatei anpassen. Einfach die aktuelle Piwik-Version herunterladen, entpacken und mittels FTP auf den Server übertragen.

Auch hier wieder mit dem Browser eurer Wahl die URL von eurem Piwik-Verzeichnis ansurfen und den Instruktionen im Browser folgen. Die Daten zur Datenbank werden direkt im Browser eingegeben. Auf der Seite von Piwik ist auch eine Schritt für Schritt Anleitung zu finden.

Während der Installation von Piwik werden euch bei Bedarf auch Hinweise angezeigt, wie ihr eventuelle Konfigurationsprobleme beheben könnt. Sehr elegante Lösung, wie ich finde.

WordPress und Piwik verheiraten

Nun da beides installiert ist, sollten die beiden Systeme sich auch endlich kennen lernen. Dazu loggt euch in euer WordPress ein und wählt den Menüpunkt „Plugins“ und instaliert hier das Plugin „WP-Piwik„. Nachdem das Plugin installiert und aktiviert ist, findet ihr unter „Einstellungen“ > „WP-Piwik“ alles was gebraucht wird, um WordPress und Piwik
zusammen nutzen zu können.

Diese Seite selbst ist in mehrere Tabs unterteilt. Im Tab „Home“ finden sich später lediglich einige allgemeine Informationen zum Status des Plugins, dieser Tab ist nicht vorhanden, so lange das Plugin nicht konfiguriert wurde. Im Tab „Piwik Einstellungen“ finden sich die benötigten Felder, um WordPress mit Piwik zu verbinden.

Im Feld „Piwik URL (REST API)“ tragt ihr die URL zu eurer Piwik Installation ein, also beispielsweise http://deineseite.de/piwik/. Nun fehlt nur noch euer Auth-Token, den findet ihr auf der API-Seite von eurem Piwik und ist ein langer Code aus Buchstaben und Zahlen. Ich persönlich empfehle den Haken bei „Auto-Konfiguration“ zu setzen, dies erspart das Anlegen einer Seite im Piwik Backend und übernimmt das direkt für einen. Nun einfach die Einstellungen speichern und schon verbinden sich WordPress und Piwik miteinander.

Nachdem diese grundlegenden Einstellungen erfolgreich gespeichert wurden, sind auch ein paar mehr Tabs zu sehen. Unter anderem „Tracking„, bei dem es nun weitergeht. Hier kann festgelegt werden, wie das Trackingscript von Piwik in eure Seite eingebunden werden soll, und vor allem, was alles erfasst werden soll. Auch hier die Empfehlung von mir, den ersten Haken zu setzen, um das Trackingscript automatisch einbinden zu lassen. Dies funktioniert natürlich nur, wenn das von euch verwendete Theme auch den Hook wp_footer() eingebaut hat. Wenn nicht, kann und sollte man dies schnell nachholen.

Abgesang

Das war es eigentlich auch schon. Alle Einstellungen des Plugins sind eigentlich selbsterklärend und bedürfen hier von meiner Seite aus keine weiteren Erläuterungen. Ich hoffe, meine Ausführungen konnten dem einen oder anderen und vor allem den Verfasser der Mail mit der Bitte nach diesen weiterhelfen. :-)

In diesem Sinne …

Artikel / Seite weiterempfehlen

16 Meinungen zu “HowTo: WordPress und Piwik Analytics installieren und miteinander verheiraten

  1. Hallo,

    eine kurze Rückfrage, weil ich noch ein Problem habe: Ich will zwei Webseiten damit tracken. Und immer, wenn ich den Auth-Code bei einer aktualisiere, funktioniert die jeweils andere nicht mehr. Was tun?

  2. Es ist eine alte Diskussion ob Google Analalytics (GA) oder Piwik. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich GA einfach bevorzuge… Man spart sich doch so einiges an arbeit. Wenn man aber professionel damit arbeiten will, dann muss man auch bei GA Zeit investieren um seine wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick zu haben…

    Für meinen Weltreiseblog benutze ich Ga seit ca 1 Jahr und hatte noch nie Probleme… Auch gibt es mehr und mehr gute Plugins um sich die Kennzahlen im Dashboard anzuzeigen…. Allerdings bin ich da auch noch nicht zu 100 % zufriende… Empfehlungen?

    • Jeder Dienst hat Vor- und Nachteile.
      GA zum Beispiel hat den Vorteil, dass es direkt über das eigene Google Konto erreichbar ist, der Nachteil ist jedoch, es ist ein Dienst auf einem externen Server, auf dem die Daten gespeichert werden. Piwik läuft auf dem eigenen Server, was sehr von Vorteil ist, gerade im Sinne des Datenschutzes, zum Nachteil zähle ich, dass man es halt selbst einrichten muss. So muss man abwägen, was für einen besser ist.

      Die Abweichungen in den Statistiken kann man ganz schnell erklären. Beide Dienste lassen sich relativ einfach blocken, dazu reichen schon Boardmittel der Webbrowser aus. Und mal ist hal GA und mal Piwik beim Besucher geblockt. Da hat man als Betreiber keinen Einfluss drauf, was auch gut so ist.

  3. Ich überlege schon seit längerem, mal Piwik als Alternative zu GA auszuprobieren, alleine schon aus Datenschutzgründen. Ich weiß aber (noch) nicht ob ich in meinem Goneo Paket auch eine zweite DB einrichten kann/darf.

    Auf jeden vielen Dank für diese Anleitung :-)

  4. Hallo, danke für deine schöne Erklärung. Ich habe alles so gemacht, wie du es beschreiben hast – die Statistik zeigt aber noch)gar nichts an: 0 Besucher. Wäre jemand bereit mir per Telefon zu helfen? Bin ein wenig am Verzweifeln.
    Vielen Dank vorab
    Peter

Schreibe einen Kommentar

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind durch * markiert.

Sie können folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>