Leider ist es immer wieder der Fall, dass es kostenpflichtige, sogenannte „Premium“ Themes dabei erwischt, wie diese ihren Dienst versagen. Ich meine, wenn ich – oder in diesem Fall ein Kunde – für ein solches Theme zahlt, kann man doch erwarten, dass dieses auch das tut was es soll? Es soll funktionieren, es soll WordPress gut aussehen lassen und uns, die wir direkt mit dem Kunden zu tun haben, nicht noch eine Menge Arbeit und dem Kunden somit eine unnötig hohe Rechnung bescheren.

Aber leider ist das fast nie der Fall. Hier haben die entsprechenden Entwickler ein sehr ausgedehntes Repertoire an Fehlern auf Lager, welche mich und auch meine Kollegen gerne mal in Erstaunen versetzen. Von falschen bzw. dem falschen Nutzer angezeigten Hinweismeldungen, über falsch eingebundenes JavaScript/jQuery bis hin zu Funktionen die gänzlich ihren Dienst versagen, oder im Falle eines Themewechsels wegfallen und somit den Aufwand deutlich erhöhen.

Ein paar Grundlegende Gedanken hierzu, an die sich jeder Entwickler von Themes halten sollte …

Ein Theme macht schön, keine Funktion

Wie der Begriff Theme schon sagt, handelt es sich hierbei um das Aussehen einer Seite, nicht um eine Ansammlung von Funktionen, welche WordPress erweitern. Also beschränkt das Theme bitte auch auf das Aussehen und tobt euch da aus, Funktion wird durch Plugins geliefert, denn da gehört dies hin.

Warum?
Ganz einfach, entscheidet sich der Kunde nun für ein neues Theme, sind die ganzen Funktionen wie Slider, Custom Post Types und die ach so tollen Effekte ganz plötzlich verschwunden und der Kunde steht im Zweifelsfall mit einer leeren Seite da. Ganz schlechtes Karma.

Wollt ihr also Funktionen anbieten, packt diese gottverdammt bitte in Plugins! In einem Theme hat das nichts zu suchen!

Nutzt was WordPress euch bereit stellt

WordPress stellt eine Menge von Haus aus bereit, unter anderem jede Menge JavaScript Bibliotheken, wie jQuery, jQuery-UI, Prototype und so weiter. Nutzt diese. Versucht nicht diese zu ersetzen und durch eigene veraltete Versionen völlig falsch einzubinden. Dies führt zu Fehlfunktionen in Plugins, die diese nutzen!

Achtet ebenfalls darauf, dass die wichtigsten WordPress-Hooks in euren Themes vorhanden sind und bitte auch an der richtigen Stelle. Der Hook „wp_head“ gehört nicht in den Bereich der Headernavigation, sondern wirklich in den Header-Bereich des HTML. Ähnliches gilt für den Hook „wp_footer„, dieser ist ebenfalls essentiell wichtig, denn hier hängen sich Plugins gerne dran um ihre JavaScripte laden zu lassen. Vergesst diesen also nicht!

Macht euer Theme anpassbar

Und damit meine ich nicht tonnenweise Optionen im Backend, sondern bietet die Möglichkeit das Theme über ein Child-Theme an die Wünsche und Bedürfnisse anzupassen ohne das Theme selbst verändern zu müssen. So bleibt es updatefähig und muss nicht nach jeden Update neu angepasst werden. Spart Zeit und Geld. Ist nicht wirklich schwer, es muss lediglich die functions.php etwas umgestrickt werden.

Achtet darauf, wer welche Meldung bekommt

Hinweise im Backend sind toll, wenn sie die richtige Person erreichen! Ein Hinweis, dass ich als normaler Nutzer nicht die entsprechenden Rechte habe, um Plugins zu installieren, welche der Entwickler des Themes für unabdingbar hält, bringt mir nichts. Diese Meldung sollte der Administrator sehen, aber der ging in diesem Falle leer aus! Achtet also bei Hinweismeldungen darauf, für wen diese bestimmt sind, nicht alle Meldungen müssen alle Nutzerrollen zu lesen bekommen. Fragt die Nutzerrechte ab und entscheidet dann.

Selbiges gilt für Links, die ihr in die Admin Bar packt. Nicht jeder Nutzer muss diese sehen können. Ein Nutzer der zum Beispiel nur das Recht hat, einen Artikel zu schreiben und zur Prüfung vorlegen kann, braucht da keinen Link zu den Einstellungen des Themes.

Testen, Testen und noch mal Testen!

Ach ja, und bitte, testet eure Themes, nicht nur in einem Browser. Es ist immer etwas ernüchternd, wenn es nur in einem Browser funktioniert und die Kompatibilität zu anderen Browsern mühsam nach gebaut werden muss. Das kostet Zeit und Nerven und vor allem Geld.

Das Ende vom Lied

Dies waren nur einige Beispiele, die mir und auch anderen das Leben schwer machen, wenn es darum geht, ein WordPress Theme für einen Kunden anpassen zu müssen. Meistens gelingt es nur durch sehr viel Arbeit, was wir dem Kunden in Rechnung stellen müssen. Dieser fragt dann gerne, wieso er nun über 1.000 Euro zahlen soll, wo das Theme doch nur 19 Euro gekostet hat.

Ich könnte diese Liste noch um einiges weiter führen, aber ich denke ihr habt verstanden worum es geht.

Also liebe Theme Entwickler, können wir uns darauf einigen, dass ihr in Zukunft bitte euer eigenes Hirn einschaltet? Denn selbst „nur“ 19 Euro sind für ein Theme, welches sich „Premium“ schimpft rausgeworfenes Geld, wenn wir im Nachhinein alles komplett umbauen müssen, weil nichts wirklich funktioniert.

In diesem Sinne …

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7 Meinungen zu “Liebe WordPress Theme Entwickler, wir müssen reden …

  1. Ich stimme dem Kommentar über mir zu und unterschreibe deinen Blogpost so wie er ist. Ich mache das zwar nicht beruflich, aber für Freunde und Bekannte helfe ich gern mal auf die Sprünge. Und genau die Situation die du hier beschreibst, durfte ich letztens wieder erleben. Premium-Theme im Einsatz und ein neues gekauft. Dank Theme eigener Funktionen im alten Theme und diverser Funktionen im neuen Theme, stand der Aufwand für die Anpassung des neuen Themes in keinem Verhältnis. Für den Zeitaufwand hätte man gleich ein komplett eigenes Theme entwickeln können…

  2. Ja, grundsätzlich sicher richtig. Ich gebe aber zu bedenken, dass WordPress auch von vielen Personen genutzt wird, die sich mit der (möglichen) Funktionalität von WordPress, der Plugin-Konfiguration etc. nicht wirklich auskennen und die dankbar dafür sind, wenn das Theme einige dieser Funktionen mitbringt. Die meisten (nein, leider nicht alle ;-)) etwas hochpreisigeren Themes – in Richtung 40-50 EUR – sind aber tatsächlich einigermaßen ordentlich programmiert.
    Dass ein späterer Wechsel auf ein anderes Theme dann schwierig werden kann, ist unbestritten…

  3. Danke für den Beitrag. Ich selbst habe derartige Erfahrungen bei WordPress noch nicht gemacht und kenne das nur von Free-Themes. Es ist aber gut zu wissen, denn dann werde ich die Premium Themes in Zukunft noch genauer auswählen und sehen, ob ich Bewertungen etc. im Netz finde.

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