Aber ich bin doch nur Blogger

Ja, richtig. Dennoch nutzt Du Themes und Plugins von diversen Entwicklern. Diese halten sich zwar größtenteils an die Standards, die WordPress vorgibt, dennoch kann es bei einigen Themes und Plugins sein, dass diese Funktionen verwenden, die auf Deinem System nicht unbedingt rund laufen. Dies kann schnell zu Fehlern in der Anzeige oder gar unschönen Fehlermeldungen in Deinem Blog führen. Wäre es da nicht schön, Du hättest es vorher getestet?

Warum gibt es Unterschiede zwischen meinem System und anderen

Die wirklich einzige Gemeinsamkeit die Du und andere Blogger haben, ist, ihr nutzt vermutlich WordPress. Das war es auch schon. Die Unterschiede liegen bei euren verwendeten Servern, bzw. deren Konfiguration. Einige haben eigene Server für ihren Blog, andere nutzen ein Webhostingpaket. Und so vielseitig diese sind, genau so vielseitig sind auch die Konfigurationen dieser Systeme.

Mit Konfiguration ist einerseits nicht nur die Hardware gemeint, diese ist hier weniger entscheidend, sondern eher die Konfiguration eures Apache, also des Webserver und des PHP-Interpreters selbst. Hier gibt es unzählige Hürden, die ein Funktionieren eines Themes oder Plugins verhindern können. Und nicht immer ist eine Fehlermeldung zu finden. Beim Apache sind es die Module, welche den Funktionsumfang bestimmen, bei PHP ebenfalls. Beide haben natürlich gewisse Module, welche mittlerweile als Standard immer mit dabei sind, dennoch fehlt oftmals eine Kleinigkeit.

Auch die Einstellungen sind hier entscheidend. Safe-Mode, OpenBasedir-Restriction, cURL jSON und so weiter. Böhmische Dörfer? Ihr seht also, Unterschiede gibt es viele.

Was hat das mit einem Blogger zu tun

Einige Plugins, gerade wenn Informationen von externen Diensten abgeholt und angezeigt werden soll, benötigen solche Sachen wie cURL oder jSON. Auch ist in einigen Themes habe ich so etwas schon gesehen. Sind dann diese Funktionen nicht vorhanden, kommt es teilweise zu unschönen Fehlermeldungen und die müssen im Blog ja nun wirklich nicht sein.

Wo baue ich so ein Testsystem auf?

Das kommt darauf an, wie versiert ihr seid.

Wenn ihr genau wisst, wie man einen Webserver aufsetzt, könnt ihr das auf eurem Rechner daheim machen. Dort einen lokalen Apache installieren. PHP dazu und nach Möglichkeit die Konfiguration von eurem Liveserver (der wo euer Blog drauf liegt)  übernehmen. Somit habt ihr quasi eine Kopie eures Livesystems daheim, das im auch so reagiert. ein wenig ausführlicher ist dies in einem älteren Artikel von mir beschrieben, in dem ich mich schon mal dem Thema WordPress-Testsystem gewidmet habe.

Seid ihr da weniger talentiert, oder traut euch dies nicht zu, dann erstellt einfach eine Subdomain zum testen. Stellt sicher, dass nur ihr auf diese Zugriff habt.Bei den meisten Hostern kann man dies im Konfigurationstool (Froxlor, Confixx, Plesk oder was immer ihr da auch habt) einstellen. Der Vorteil hier ist, ihr müsst das System nicht nachbauen. Der Nachteil, sollte durch irgendeinen unbedachten Code der Server nicht mehr reagieren, betrifft dies dann auch euer Livesystem, da beide System auf dem selben Server sind.

Nun installiert ihr WordPress mit eurem Theme und Plugins und könnt munter drauf los testen. Geht etwas schief, ist nur das Testsystem betroffen und nicht euer Blog, was die Öffentlichkeit sieht. Auch Updates von WordPress, Plugins oder dem Theme immer erst in einer Testumgebung auf Herz und Nieren prüfen.

Empfehlung

Immer ein Testsystem aufbauen bzw eine Kombination aus lokalem und serverbasierten Testsystem nutzen. Änderungen immer erst in dieses Testumgebungen prüfen und wenn alles so läuft wie gewünscht in das Livesystem übertragen.

Natürlich gilt dies nicht nur für Änderungen an Plugins oder Themes, sondern auch für eure Artikel. Schreibt diese im Testsystem und ihr könnt in aller Ruhe schauen, ob alles zu eurer Zufriedenheit ausfällt. Auch ein nicht zu unterschätzender Vorteil :-)

In diesem Sinne …

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11 Meinungen zu “Warum brauche ich ein Testsystem

  1. Hallo Peter,

    ich bin auch “nur” Bloggerin und möchte meinen Testblog echt nicht missen. Gerade experimentierfreudigen Anfängern rate ich dazu. Ich selber bin nicht ganz so geschickt bei Änderungen in php-Dateien. Hier mal ein Semikolon, dort eine Klammer vergessen und schon erscheint eine Fehlermeldung. Ich finde es dann einfach nur peinlich, wenn meine Besucher dann die Seite wegen meiner Schusseligkeit nicht erreichen können.

    Ich nehme auch schon mal kleinere Änderungen (z. B. in der style.css) direkt im Hauptblog vor, aber ich gleiche regelmäßig Test- und Hauptblog ab, damit alle relevanten Dateien identisch sind.

    Nebenher existiert zwar noch eine lokaler Testblog über Xampp. Allerdings hatte ich es hierbei bereits erlebt, dass nach einem WordPress-Update die lokale Seite nicht mehr richtig funktionierte und ich dann trotzdem per “Augen-zu-und-durch”-Methode das Upate auf meinem Hauptblog durchführen musste (natürlich nicht ohne Datenbank- und FTP-Sicherung) – Gott sei Dank erfolgreich.
    Daher meine ich, dass eine lokale Installation nicht optimal ist, um eine identische Test-Umgebung zu schaffen.
    Danach habe ich mich dazu entschieden, eine Subdomain anzulegen und die Testseite auf einen Server hochzuladen.

    Gruß Sylvi

    • Hallo Sylvi,

      Wie ich es ja schon geschrieben …

      Wenn ihr genau wisst, wie man einen Webserver aufsetzt, könnt ihr das auf eurem Rechner daheim machen.

      Das ist natürlich unter Windows so nicht möglich. Auch den eigenen Webserver vom Livesystem nachzubauen ist unter Windows so nicht möglich, da dieser aller Wahrscheinlichkeit nach ein Linux-System ist. Es gibt dazu auch gravierende Unterschiede zwischen Linux-PHP und Windows-PHP, gerade was Dateioperationen angeht und ein Update, welches in “die Hose” gegangen ist, wie Du sagst, sind genau diese Dateioperationen, die unter Windows nicht oder nicht richtig funktionieren. Somit ist Windows meiner Meinung nach – und ich möchte jetzt hier keine Diskussine Linux vs. Windows lostreten – schon mal gar nicht wirklich geeignet als Webserversystem.

      Ich selbst habe hier zum Beispiel zwei Rechner mit – Desktop und Laptop – die beide meinen Webserver widerspiegeln. Auch kann ich mit einem kurzen kleinen Befehl in der Konsole die Konfiguration ändern, den Apache umbauen, PHP neu kompilieren, was immer ich brauche. Von daher kann ich Deinen Schritt zur Lösung via Subdomain durchaus verstehen, aber die Aussage, dass ein lokales Testsystem nicht optimal ist, kann ich so nicht gelten lassen. Ich entwickle alles in erster Linie lokal und erst zum Schluss teste ich auf einem Testsystem auf meinem Server.

    • Hallo Sylvi,

      Peter hat dir ja schon eine gute Antwort geschrieben, ich möchte nur noch mal kurz auf die “Schusselfehler”, also Semikolons, Klammern etc eingehen. Am besten ist es da, wenn man sich direkt angewöhnt, einen guten, erweiterbaren Editor zum bearbeiten zu benutzen, der sowas mit anzeigt, auch schon optisch während man am bearbeiten ist. Notepad++ ist da zum Beispiel unter Windows sehr beliebt.

      Gruß,
      Eva

    • Am besten ist es da, wenn man sich direkt angewöhnt, einen guten, erweiterbaren Editor zum bearbeiten zu benutzen, der sowas mit anzeigt, auch schon optisch während man am bearbeiten ist.

      Oh ja, da sagst Du was Wahres. Mir geht es auch des Öfteren so, dass ich nen Semikolon am Ende vergesse, oder zwischendrin mal nen Komma. Aber das ist normal. Und gerade da macht nen guter Editor schon sehr viel aus, aber dazu eventuell später mehr, mir kommt da grad noch ne Artkelidee. Danke :-)

  2. Oh ja, ein Testsystem ist schon was schönes, gerade wenn man mal ein CMS verwendet und dieses umstellen möchte. Live ist so etwas kaum möglich ohne den Besucher zu verwirren. Mit dem Testsystem kann es einfach ohne Besucher gemacht werden…

  3. Testsystem ist so eine Sache die niemand versteht bevor es richtig mal weh getan hat. 49 mal geht eine Änderung an einer live Seite gut. Doch dann kommt das 50 mal. Die Seite gibt ein http 500 error ab. Nichts läuft mehr. Das letzte backup ist knapp 23 Stunden her und mittlerweile gibt es unzählige user generated content. Was tut man dann? Bereuen, dass man nie ein Testsystem hatte. Schöne Grüße aus NYC

  4. Ich bin auch “nur” Blogger. Ich habe mir auch ein Test Gebiet für Feldforschungen zu gelegt und ich kan sagen das ich davon bisher nur provitiert habe. Natürlich hat es viel Zeit verschlungen, aber besser mit einem Test Blog Mist bauen als mit dem richtigen.

  5. Ich kann der Lobpreissung von Testsystemen nur zustimmen. Die Grenzen zwischen bloggen und entwickeln sind fließend und nur eine Testumgebung ermöglicht die sichere Abnahme von Änderungen.
    Ich muss allerdings zugeben, dass mein Localhost auch nur auf Windows läuft, hatte bisher aber keine großen Differenzen zwischen Änderungen auf dem Webserver und meiner lokalen Anwendung.

    • Der Teufel liegt hier – wie auch sonst immer – im Detail. WordPress selbst ist da noch recht schmerzfrei, da es recht wenig oder gar keine Dateioperationen vornimmt. Ich könnte mir aber zum Beispiel vorstellen, dass die Nummer mit den Permalinks nicht so hundertprozentig funktioniert, da hierfür eine .htaccess erstellt werden muss. Und ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, das mod_rewrite unter Windows etwas zickig ist. Getestet habe ich das bisher noch nicht, da ich kein Zugriff auf ein Windowssystem habe, zumindest nicht mehr in diesem Umfang.

      Aber so lange es für Dich funktioniert, ist alles in Ordnung. Das mit Windows und Linux ist auch nur eine Anregung. Unterschiede gibt es definitiv und man sollte ein Testsystem halt immer so genau wie möglich dem Livesystem nachbilden. Ist zumindest meine Meinung.

  6. Also hast du Windows ganz den Rücken gekehrt? :D Ich hatte Linux eine Zeitlang als Alternative auf meiner Platte, allerdings bin ich wohl etwas zu verwöhnt,obwohl es schnell und vernünftig läuft. Ich nutze Windows einfach schon viel zu lange. Was das Testsystem betrifft: Da musste ich leider erst einmal auf die Schnauze fallen um zu merken wie wichtig das sein kann. Man lernt nun mal nie aus. ;)

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