Etwas Geschichte …

Das Internet ist schon etwas älter als mancher denken mag und zu verdanken haben wir dieses Netzwerk dem Militär, genauer dem US. Militär. Denn die Idee für ein Netzwerk gab es bereits Ende der 50er Jahre. Doch dauerte es noch lange Zeit bis diese Umgesetzt werden konnte. Ich möchte hier nicht mit Jahreszahlen langweilen, also fasse ich nur grob zusammen.

Die Idee war es Daten zu verschiedenen Punkten auf der Welt transferieren zu können. Dazu brauchte man genau ein solches Netzwerk. Mit großem Interesse von militärischer Seite wurde das Arpanet vorangebracht. Dies gilt heute als der Vorläufer des Internets und wurde ursprünglich im Auftrag der US-Luftwaffe ab 1962 von einer kleinen  Forschergruppe unter der Leitung des Massachusetts Institute of Technology und des US-Verteidigungsministeriums entwickelt.

Die Zielsetzung war die Erschaffung eines dezentralen Netzes, welches unterschiedliche US-amerikanische Universitäten, welche im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums forschten, miteinander verband. Dieses Konzept war zu damaliger Zeit absolut revolutionär. Zunächst jedoch wurde dies von Pentagon abgelehnt, jedoch im Jahre 1965 wieder aufgegriffen und 1969 wurden die ersten vier Universitäten miteinander vernetzt.

Wesentlich zur Entstehung des heutigen Internets trug auch die Entwicklung des Betriebssystems Unix und der Programmiersprache C bei, welche erst unabhängig voneinander entstanden, später aber zusammengeführt wurden und Unix in C geschrieben wurde. Dadurch war Unix auf vielen Plattformen verfügbar und erleichterte die Entwicklung von Kommunikationsanwendungen und Protokollen. Somit sorgte das Arpanet für eine einheitliche Möglichkeit über weite Strecken zu kommunizieren.

Durch die schon damals angestrebte Struktur eines dezentralen Netzwerkes erreichte man eine gewisse Ausfallsicherheit und so entstand ein gewisser Nutzen des Ganzen.

Die Internet Society bemerkt in A Brief History of the Internet über die Beziehung zwischen dem Arpanet und der sogenannten RAND-Studie, die sich mit Militärkommunikationsnetzwerken in Zeiten des Atomkriegs beschäftigt:

Auf der RAND-Studie beruht das falsche Gerücht, dass das Arpanet mit der Schaffung eines dem Atomkrieg widerstehenden Netzwerkes verbunden sei. Dies traf nie auf das Arpanet zu, sondern nur auf die davon unabhängige RAND-Studie über sichere Telefonverbindungen während des Atomkriegs. Allerdings hoben spätere Arbeiten die Robustheit und Überlebensfähigkeit des Internets hervor, inklusive der Fähigkeit, großen Verlusten bei den zugrunde liegenden Netzwerken zu widerstehen.

Der Mythos, dass das Arpanet entwickelt worden sei, um nuklearen Angriffen zu widerstehen, ist aber nach wie vor eine dermaßen starke und ansprechende Idee und auch eine „gute Geschichte“, so dass viele Leute nicht glauben, dass sie falsch ist. Abgesehen davon, dass die Entwicklung des Arpanets durch die RAND-Artikel beeinflusst wurde, ist sie es aber zumindest offiziell. Laut Aussagen der ARPA wurde vielmehr nach einer Methode gesucht, die die damals knappen Rechenkapazitäten der einzelnen Hochschulen durch Datenaustausch besser ausnutzen sollte. Das Arpanet wurde später erweitert, um Netzwerkverluste auszugleichen, aber der Hauptgrund waren die auch ohne nukleare Angriffe sensiblen Netzwerkverbindungen.

Später, Ende der 70er Jahre begann dann mit dem Wechsel von der militärischen zur akademischen Forschungsförderung das Wachstum und die internationale Ausbreitung des Internets. In dieser Zeit gedieh das, was gemeinhin mit der wilden Phase des ursprünglichen Internet assoziiert wird: eine Tauschökonomie für Software und Information, eine graswurzelbasierende Selbstorganisation, sich entwickelnde Communities und der Hackergeist, der jede Schließung, jede Beschränkung des Zugangs und des freien Informationsflusses zu umgehen weiß.

1990 begann mit der Abschaltung des Arpanet die kommerzielle Phase des Internet.

Technischer Hintergrund (stark vereinfacht)

Ein kleiner Ausschnitt des World Wide Web, dargestellt durch Hyperlinks.

Ein kleiner Ausschnitt des World Wide Web, dargestellt durch Hyperlinks. (Bildquelle: Wikipedia)

Wie schon aus der Historie des Internets zu entnehmen ist, ist das Internet ein dezentrales Netzwerk, was es bis heute geblieben ist. Die Kommunikation basiert auf bestimmten Protokollen und läuft heute weltweit in ungeahnter Geschwindigkeit.

Aber um sich dieses riesige Netzwerk aus Millionen und aber Millionen kleineren Netzwerken bildlich vorstellen zu können, vergleicht man es am besten mit einem Spinnennetz, mit einem sehr großen Spinnennetz und überall dort wo in diesem Spinnennetz die Fäden zusammen laufen ist so ein kleines Netzwerk angesiedelt. Dieses Netzwerk ist wiederum selbst so ein Spinnennetz und immer so weiter. Verbunden sind diese Netzwerke durch Router und Gateways miteinander.

Durch eine solche Art der Vernetzung entsteht ein nahezu ausfallsicheres Netzwerk, denn wenn ein Pfad weg fällt gibt es noch unzählige andere die zum gewünschten Zielnetzwerk führen.

Sozialer Hintergrund

Durch diese nahezu lückenlose Möglichkeit der Vernetzung, ist es mittlerweile beinahe unmöglich nicht mit dem Medium Internet in Kontakt zu kommen. So wurden viele der bekannten Kommunikationskanäle in das Internet verlagert. Aus der Post wird die E-Mail, welche viel schneller den Empfänger erreicht, aus der Tageszeitung werden RSS-Feeds, aus den Nachrichten werden Videostreams, der Nachbar ist nun mehr ein Name in einer Freundesliste.

Oftmals unbewusst vernetzen wir uns, offline sowie online. Dadurch entsteht ein dichtes Netz an Kontakten. Dies wird durch das Netz natürlich mehr oder minder gewollt verstärkt, denn auf der Suche nach Informationen im weltweiten Netz findet man immer Personen, mit denen man darüber diskutieren kann – meist in Foren, die der digitale Ersatz für ein Diskussionspodium sind. Dadurch wird eine schnelle Kommunikation mit Menschen auf der ganzen Welt gewährleistet, welche natürlich auch in beinahe Echtzeit möglich ist. Zum Beispiel via Twitter, oder über Messenger wie ICQ und MSN um nur mal einige zu nennen. Hierbei nimmt der Wissensaustausch komplett neue Dimensionen an.

Gefahren im Internet

Natürlich ist der „Aufenthalt“ im Internet nicht ganz ohne Gefahren. Auch hier muss man – wie im realen Leben auch – lernen zu erkennen, was einem schaden könnte und was nicht. Also was man braucht und für sich nutzen möchte und was einem nicht nutzen wird. Auch ist nicht jeder Kontakt ein Vorteilhafter. Aber wo ist das nicht so? Denn auch im Internet ist es wichtig ein gewisses Maß an Informationsschutz und Privatsphäre einzuhalten. Soll heißen, dass man nicht allen Angeboten und Verlockungen blind erliegen sollte, nur weil jemand in einem Forum schreibt, dass das unglaublich toll ist. Denn, genau wie im realen Leben, ist man im Internet eine Person, welche dort einen Namen hat, quasi eine virtuelle Identität, welche keinesfalls anonym ist, dies sollte jedem bewusst sein.

Neben den – ich nenne es mal sozialen Gefahren – lauern im Netz auch Gefahren, welche nicht so offensichtlich sind. Natürlich kann man im Internet an viel Informationen in Form von Downloads kommen. Programme sind erhältlich und werden über das Internet verteilt. Nicht immer erfüllen diese Programme ausschließlich den angepriesenen Zweck, nicht jede Webseite ist sicher. Hier liegt es in der Verantwortung des Nutzers selbst, für ein gewisses für ihn akzeptables Maß an Sicherheit Sorge zu tragen – denn auch hier ist es wie im realen Leben, niemals ungeschützt ins Netz. Statt Kondomen helfen hier jedoch Firewalls und Antivirenprogramme.

Gerade bei Downloads lauern oftmals Fallen. Meist in Form einer vorherigen Registrierung. Diese sind jedoch mit etwas Nachdenken und gesundem Menschenverstand oftmals leicht zu erkennen.

Anonymität im Internet

Dies ist ein oftmals vorgeschobener Mythos. Wirkliche Anonymität existiert im Internet nicht. Jeder Rechner, welcher sich im Netz befindet, hat eine IP, eine eindeutige Kennung. Diese IP wird von den Providern vergeben und ist relativ einfach herauszufinden. Durch diese IP wird der Rechner im Internet identifiziert und somit auch der Nutzer.

Wer täglich online ist, hinterlässt also Spuren. Sei es durch Beiträge in Foren, Kommentaren in Blogs, Profilen in sozialen Netzwerken wie Facebook, Xing oder Twitter, oder einfach nur durch den Einkauf bei Amazon oder Ebay. Hier gilt der Grundsatz, das Netz vergisst nie. Dies kann man recht einfach testen, in dem man sich mal den Spaß macht und seinen Namen bei Google eingibt. Dort findet man selbst Personen, welche noch nie in ihrem Leben an einem PC gesessen haben, geschweige dem im Internet waren. Ja, solche Personen soll es geben, meist gehobeneren Alters .-)

Das beste Beispiel ist meine Großmutter. Ich habe aus einer Laune heraus einfach mal diverse Namen aus unserer Familie bei Google suchen lassen, unter anderem auch ihren. Und ich musste mit Erstaunen feststellen, ich fand sie. Mitsamt korrekter Adresse.

Der Hintergrund erschloss sich mir recht schnell. Sie vermietet Ferienwohnungen, hat aber keine eigene Seite oder irgendeine Anzeige dafür im Netz. Also alles über gute alte Mundpropaganda. Jedoch in einem Forum für genau solche Urlaubsziele wurde ihre Ferienwohnung lobend erwähnt, mitsamt Kontakt.

Korrekter Umgang mit dem Internet

Natürlich kann ich mir nicht anmaßen, hier einen Leitfaden für den korrekten Umgang mit diesem weltumfassenden Medium zu erstellen, möchte ich auch absolut nicht.

Hier gilt, wie überall im Leben – egal ob offline oder online, eine gesunde Portion Verstand zu nutzen. Man sollte nicht alles glauben, was im Netz geschrieben steht, denn schnell vergisst man auf Grund der Überflutung mit Informationen, dass diese auch nur von Menschen erstellt worden sind.  Also gelten hier im Grunde die gleichen Regeln, wie auch im realen Leben. Ein gesundes Maß an Skepsis kann nicht schaden, sollte jedoch nicht dazu führen, dass man sich Neuerungen gegenüber verschließt oder diese gar verteufelt und als sinnlos oder gar schlecht propagiert. Man sollte mit einer gewissen Portion kindlicher Neugierde durch das Netz streifen, sich jedoch nicht darin verlieren.

Ich weiß, es ist nicht einfach, und nicht immer findet man den rechten Weg.

Schlusswort / Fazit

Das Internet ist ein weltumfassendes Netzwerk und somit gleichzeitig eines der größten Medien unserer heutigen Kultur. Es gewinnt immer mehr an Bedeutung und Einfluss in der Gesellschaft als Portal für Informationen aller Art. Dieses Netzwerk ist älter als viele vielleicht erwartet haben, und dennoch aktueller als die meisten vermuten. Es wird von Menschen „besiedelt“ und nicht alles darin ist Gold was glänzt. Letztlich jedoch ist es eine Anhäufung von Webseiten, Portalen, Blogs, Magazinen, Nachrichten, sozialen Netzwerken, Werbung, Einkaufsmöglichkeiten und vielem mehr. Also nichts anderes als ein großer Freizeitpark mit eingebauten Einkaufszentrum. Es bietet Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit anderen Menschen, man kann sich hier verabreden und treffen und auch miteinander die Zeit verbringen. Nur sollte jedem klar sein, dass das gegenüber nicht immer die Person ist, die vorgegeben wird. So kann aus der hübschen Blondine schnell ein vollbärtiger Zeitgenosse werden. Letztlich sind es alles nur virtuelle Identitäten.

In diesem Sinne, viel Spaß im Netz !

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4 Meinungen zu “Was ist eigentlich: Das Internet? – Ein Versuch der Erklärung

  1. Super Artikel, find ich gut, dass auch mal wieder jemand daran erinnert, dass es das Internet nicht erst seit der Erfindung des World Wide Web gibt.
    Mir fiel beim Lesen wieder das so spannende wie informative Buch „Kuckucksei“ von Clifford Stoll ein, in dem er beschreibt, wie er einen deutschen Hacker (Karl Koch), der in sein kalifornisches Uni-System einbricht, virtuell verfolgt. Eine wahre Geschichte bei der man auch einiges über das Internet lernen kann.

    • Ja, in 23 geht’s um den Fall. Aber Kuckucksei war nicht die Vorlage dafür, sondern eher die gegenteilige Sicht. Während 23 die Kochsche Sicht wiedergibt, beschreibt Cliff Stoll den Fall aus seiner Sicht.

  2. Ohne das Internet wäre das Leben echt langweiliger, kann mich kaum erinnern wie das vorher war, als Internet nicht gab. Aber dafür erschreckt mich wenn meine kinder es nicht anders kennen, als alles so einfach abrufen zu können.

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