Fragen über Fragen

Ich bin hier nun einfach mal so frei und zitiere ganz frech aus dem Artikel beim Webmaster-Friday.

Zählen klassische Werte wie Ehrlichkeit, Vertrauen, Bescheidenheit oder Mitgefühl auch im Internet? Haben diejenigen, die den klassischen Werten folgen, mehr Erfolg? Welche Werte kommen durch das Internet neu hinzu? Immer auf dem Laufenden sein? Leute im wirklichen Leben treffen? Klassenkasper sein? Nehmen und Geben oder Geben und Nehmen? Oder nur Geben? Oder nur Nehmen???

Diese und weitere Fragen werden dort aufgeworfen. Und sind wir mal ganz ehrlich, wer hat sich diese nicht schon selbst einmal gestellt? Wer jetzt sagt “Ich nicht” der lügt. Denn schließlich geht es hierbei darum, wie man selbst im Netz auftritt, sich präsentiert – ja teilweise sogar verkauft (im positiven Sinne) – und wie man erwarten, dass andere einem begegnen.

Ich schreibe nun einfach mal meine Gedanken dazu nieder, wenn es etwas sprunghaft wird, bitte ich dies zu entschuldigen.

Was zählt?

Um dies gleich mal vorweg zu beantworten, Ehrlichkeit ist im Netz oftmals ein schmerzlich vermisstes Gut. Jeder ist etwas Besonderes, kann etwas Besonderes, kann mehr und besser als der andere, ringt somit um Beachtung. Somit ist der Begriff der Ehrlichkeit im Netz teilweise etwas inflationär und falsch genutzt. Ich denke da nur an die ganzen Möchtegern-Geschäftsleute, die einem die ultimative Idee verkaufen wollen um schnell reich zu werden und so weiter. Aber ok, das ist vielleicht ein etwas sehr überzogenes Beispiel. Ich möchte hier jedoch nicht alle in einen Topf werfen, denn es gibt durchaus auch Menschen im Netz, die von ihrer Glaubwürdigkeit abhängig sind. Die im Netz auf solider Arbeit sich eine Kundschaft aufgebaut haben und diese natürlich auch halten müssen um zu überleben.

Aber zählen sie nun, die klassischen Werte, Ehrlichkeit, Vertrauen, Mitgefühl, Bescheidenheit? Meiner Meinung nach, ja. Denn durch solche Eigenschaften wird eine Person doch erst authentisch, oder etwa nicht? Wenn ich im Netz jemandem begegne, jemandem Neues, dann ist dieser Jemand erst mal ein Fremder für mich. Jemand den ich erst kennen lernen muss. Hab ich öfter mit dieser Person zu tun, bildet sich natürlich ein gewisses Vertrauensverhältnis, ok, nicht unbedingt vergleichbar mit dem “echten” Leben, aber schon so in der Art. Da wir ja im Netz unterwegs sind und ich dieser Person nicht in die Augen sehen kann, also eher unpersönlich Kommuniziere, ist der Weg natürlich etwas länger. Hier hilft es, wenn die Person mir gegenüber authentisch rüber kommt. Also ich nicht das Gefühl habe, der will mich über Tisch ziehen, sondern eher das Gefühl, dass man mit dem durchaus zusammen arbeiten kann, eventuell das eine oder andere Projekt auf die Beine stellen oder was auch immer.

Werden diese Werte durch das  Netz verändert?

Natürlich.

Der Mensch ist von Haus aus visuell veranlagt. Über einen Chat, Twitter, Facebook kann ich zwar auf gewisse Profilinformationen zurückgreifen, ich kann Google befragen, aber in wie weit ist das wirklich die Person die mit mir kommuniziert? Also begegnet man den Leuten doch schon mit einer gesunden Portion Misstrauen, so zumindest ich. Denn was zu gut klingt um wahr zu sein, ist es auch selten.

Auch solche Werte wie Solidarität erleben durch das Netz eine komplett neue und teilweise sehr abstrakte Definition. Im Artikel vom Webmaster-Friday wird es angesprochen.

Können Bewegungen wie Anonymus davon profitieren, dass sich eventuell unreflektierte neue Werte in der Blogosphäre bzw. im Social Web verändern?

Na, natürlich, definitiv. Gerade die, in meinem Augen Kiddies, die sich Anonymous nennen. Der Thomas hatte dazu mal nen schönen Rant verfasst, den ich so wie er dort geschrieben steht, unterzeichnen würde. Das ist schlichtweg falsch verstandene Solidarität. Das geht auf Dauer ganz böse nach hinten los. Was bringt es, nur weil einer bekannten freien Whistleblower-Plattforn der Geldhahn zugedreht wird, die Server der ehemaligen finanziellen Unterstützer per DDoS anzugreifen und lahmzulegen? Richtig, nichts. Das ist keine Solidarität, das ist blanke Dummheit. Denn genau diese Aktionen sind doch das was der “ach so bösen” Netzgemeinde immer vorgeworfen wird. So wird genau dieses Vorturteil bestätigt. Alles kriminelle. Also nix mit Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und so weiter. Eine kleine Gruppe von Sinderschul-”Hackern” – dürfen die sich überhaupt so nennen? – ruiniert quasi den Ruf der Netzgemeinde. Da bleiben doch dann diese “klassischen” Werte im Netz schnell mal auf der Strecke. Aber ich merke es schon, ich steigre mich da gerade zu sehr in etwas hinein, eine Richtung die ich nicht einschlagen wollte.

Der größten Beeinflussung im Netz unterliegt die Kommunikation in Schriftform. Kleines Beispiel gefällig?

findet ihr es nicht auch grausam wenn immer alles komplett klein gschrieben wird nach möglichkeit dann auch noch völlig ohne korrekte interpunktion und sonstige satzzeichen so dass man irgendwann nicht mehr erkennt wann ein satz zu ende ist und der nächste beginnt oder macht euch das nichts aus und ihr habt quasi eine autokorrektur beim lesen

Grausam, oder? Der Verzicht auf jede Art der Rechtschreibung, Grammatik und was nicht noch alles. Wo bleiben da die klassischen Werte? Verlernt man, sobald man im Netz kommuniziert wirklich alles was man jahrelang in der Schule gelernt hat? Denn gerade im Netz, wo ein Hauptteil der Kommunikation schriftlich stattfindet, sei es in Foren, Twitter oder Facebook, sollte man doch – so denke ich jedenfalls – darauf achten, dass diese Kommunikation so sauber wie möglich abläuft. Also auch ein Mindestmaß an Rechtschreibung beinhaltet. hier und da mal ein Komma, Substantive groß, Satzzeichen am Ende. Oder sehe ich das falsch? Ich gebe gut und gerne zu, dass meine Rechtschreibung auch nicht perfekt ist, aber ich versuche wenigstens darauf zu achten. Fehler passieren, dennoch ist es ein Unterschied, ob man dies vorsätzlich missachtet, oder es wirklich ein Flüchtigkeitsfehler ist. Für mich ist es einfach ein Zeichen des Respekts gegenüber meines Kommunikationspartners, wenn ich ihm keinen Buchstabensalat vor die Füße werfe. Auch so ein “klassischer” Wert, oder?

Abgesang

Ok, ich muss zugeben, wer es bis hier her geschafft hat, Respekt :-)

Wie ich eingangs schon erwähnte, schreibe ich hier einfach mal meine Gedanken dazu auf, ohne große Ordnung, einfach tippen, was mir in dem Moment durch den Kopf geht. Eine Frage jedoch finde ich noch sehr interessant.

Oder ist das Internet letztlich doch nur ein virtuelles Abbild unserer Gesellschaft?

Nun, ein ganz klares Jain. Die Grenzen sind dazu, meines Erachtens nach, zu sehr verschwommen. Es ist nicht mehr klar und deutlich auszumachen, was was beeinflusst. Ob das Netz die reale Gesellschaft, oder doch andersrum. Beeinflussung ist definitiv von beiden Seiten in beide Richtungen vorhanden. Immer positiv? Nein …

Da dies aber meine Gedanken und meine Meinungen sind, steht es euch natürlich frei komplett anderer Meinung zu sein. Lasst es mich wissen :-)

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5 Meinungen zu “Webmaster-Friday: Die Werte im Netz

  1. Ich finde die Eingangsfrage schon etwas ungenau gestellt. Es wird gefragt, ob klassische Werte auch im Internet zählen würden – dabei würde ich die angesprochenen Werte überhaupt erst mal gerne im “normalen” Leben verbreitet sehen. Da wird doch auch belogen und betrogen, dass sich die Balken biegen, der Unterschied ist nur, dass man viele
    Menschen mit einem hübschen Gesicht und einem Lächeln ganz einfach überzeugen und Misstrauen abbauen kann.
    Ich persönlich glaube, zwischen virtuellem und realen Leben besteht in dieser und vielerlei anderer Hinsicht kein Unterschied, die Ausprägungen fallen nur etwas anders aus.

  2. Ich denke schon das, das Internet in gewisser Weise nur ein Abbild unserer Gesellschaft ist. Hier werden gewisse Dinge einfach nur noch deutlicher, da die Hemmschwelle bei vielen Menschen niedriger ist. Das Gefühl von Anonymität und Unnahbarkeit lässt manche Menschen alle Werte vergessen. Was Hinz und Kunz normalerweise nur in kleinen Lästereien hinter vorgehaltener Hand tun würden, wird im Internet oft ganz ungeniert öffentlich gemacht. Wie heißt es so schön: In der Wut geben viele Menschen erst ihr wahres Ich preis, das gilt auch für das Internet. LG Enna

  3. Also ich persönlich ahben diesen Fridaay ausgelassen. Das Thema wir nicht meines und deshalb hab ich es gelassen. da gibt es sicherlich bessere Themen wenn es auch recht Hintergündig ist oder war. Leider macht man sich über solche Dinge zu wenig Gedanken. Gruss Andy

  4. Ich denke dass das Internet ein Abbild der Gesellschaft ist. Dennoch werden sehr viele Sachen aus dem Internet in den normalen Sprachgebrauch miteingebaut. Man möchte doch nur mal an das vor Jahren eingeführte:”lol” denken. Das sollte doch nur eine Mitteilungsart des Lachens sein. Doch relativ schnell konnte man es kleine Jungs im Pausenhof rufen hören nachdem ein Mitschüler sich lächerlich gemacht hatte. Es gibt so viele Beispiele die unsere ursprünglich so schöne Sprache verunstalten und da heißt es dagegenhalten mit argumentatorischer Vehemenz!

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