Allgemeinwissen

Aber man kann dem Entwickler seines Vertrauens das Leben auch etwas angenehmer oder leichter machen. Dazu muss man nicht einmal selbst zum Entwickler mutieren, sondern einfach zu dem werden, für was man sich selbst schon längst hält. Einigermaßen intelligent. Also mitdenken ist angesagt. Ich kann natürlich verstehen, dass für viele gerade der Bereich der Webentwicklung ein Buch mit sieben Siegeln ist, wo man absolut nichts versteht. Ist ja auch gemein so ein Browser, der einfach was anzeigt, ohne das man als Nutzer die Chance hat zu erkennen woher er das überhaupt hat. Dies soll sich hier und jetzt ändern und dafür gebe ich euch einige kleine Tipps mit auf dem Weg. Natürlich kann ich hier in diesem Artikel auch nur von meinen Erfahrungen ausgehen, aber ich denke mal, diese werden sich weitestgehend mit den Erfahrungen meiner Kollegen überschneiden.

Als Entwickler im Bereich der OpenSource-Software, was ja zum Beispiel meine Plugins für WordPress auch sind, steht man vor einem Problem. Ok, nennen wir es lieber Herausforderung, Problem klingt immer etwas unschön. Diese Herausforderung ist es, dem Kunden – das seid in diesem Falle ihr – gerecht zu werden und auf die Wünsche und Vorschläge so gut es möglich ist einzugehen. Klingt toll. Der Nachteil daran ist, es ist die Freizeit des Entwicklers, denn dieser arbeitet wie jeder andere auch in einem Job mit dem er Geld verdient. Während dieser Zeit kann sich der Entwickler also nicht wirklich um die “Sorgen” seiner Kunden kümmern, welche zum Beispiel die Plugins nutzen. Soweit mitgekommen? Gut!

In seiner Freizeit geht der Entwickler, entgegen weitläufiger anderer Behauptungen, auch ganz alltäglichen und banalen Dingen nach, wie zum Beispiel einkaufen, schlafen, Kino oder was sonst noch so anfällt. Also reduziert sich die Zeit, die der Entwickler an den ganzen verschiedenen “Baustellen” arbeiten kann. Und natürlich freut sich jeder Entwickler um Rückmeldungen der Nutzer, denn nur so kann das was er bereit stellt auch immer weiter verbessert werden. Dazu gehört auch die Fehlerbeseitigung, denn auch ein Entwickler ist nur ein Mensch und somit nicht frei von Fehlern.

Ein Beispiel

Nun kommt ihr ins Spiel. Ihr habt ein Problem mit der Software (ja auch Plugins für WordPress sind Software) und wollt Hilfe haben? Kein Thema. Doch eine ganz dringende Bitte. Geht bitte nicht davon aus, dass der Entwickler auf Anhieb weiß, wovon ihr redet. Daher sind einige Informationen von eurer Seite aus absolut notwendig.

Hier gehe ich der Einfachheit halber von meiner eigenen Situation aus. Ihr habt ein WordPress-Plugin von mir und das macht nicht was ihr erwartet. Schreibt mich an. Nicht per Mail oder via Twitter oder was einem sonst noch so einfällt, sondern bitte in den Kommentaren zum Plugin selbst. Denn dort sammeln sich alle die Fragen haben und dort werden diese auch beantwortet. Nicht immer am selben Tag, aber im Allgemeinen doch recht zügig. Somit kann es auch nicht schaden sich die Mühe zu machen und die Kommentare zumindest mal grob zu überfliegen, denn viele Lösungen stehen dort meist schon. Die Zeit alles mehrfach zu erklären fehlt schlichtweg, also solltet ihr schon selbst etwas aktiver werden.

Sollte nun ein Plugin nicht wie erwartet funktionieren, so muss ich als Entwickler in diesem Fall wissen, welche Pluginversion ihr nutzt. Auch die WordPress-Version ist entscheidend, da es dort doch einige Unterschiede gibt. Zum Testen muss ich dann noch wissen welches Theme ihr nutzt und welche weiteren Plugins. Denn auch bei den Theme gibt es gravierende Unterschiede und Wechselwirkungen mit anderen Plugins können nie komplett ausgeschlossen werden. Bei Anzeigefehlern würde mich dann noch der Browser interessieren und das Betriebssystem. Beim Browser natürlich auch die Version, denn auch hier gibt es bei einigen Browsern leider gravierende Unterschiede.

Ihr seht schon, das sind einiges an Informationen, die ihr dem Entwickler zur Verfügung stellen könnt. Macht nicht viel Arbeit für euch, aber dem Entwickler das Leben sehr viel einfacher und es muss nicht immer explizit nachgefragt werden.

Kleine Helferlein und andere Tipps

Für alle die nun doch etwas mehr tun wollen, gibt es – gerade im Bereich der WordPress-Plugins – kleine Helferlein. Ganz oben auf der Liste ein AddOn für den Firefox. Dieses nennt sich Firebug und darf eigentlich nirgendwo fehlen. Mit dieses kleinen Helferlein kommt man zum Beispiel Anzeigefehlern sehr schnell auf die Schliche. Gerade wenn diese sich im CSS verstecken. Und das kann schnell mal vorkommen, denn wie weiter oben schon geschrieben, die Wechselwirkungen mit anderen Plugins oder Themes, welche fast alle ihr eigenes CSS mitbringen. Da ist die Chance recht groß, dass man eine CSS-Klasse definiert, welche auch woanders verwendet wird. Der Umgang mit Firebug ist nicht schwer und ist schnell erlernt.

Auch ist es hilfreich, wenn man vielleicht mal ein anderes Theme ausprobiert, oder die anderen Plugins deaktiviert und wieder einschalten und zwischen drin mal schaut ob es passt oder nicht. Sollte dabei auf einmal alles so angezeigt werden, wie erwartet, dann hat man den “Übeltäter” schon identifiziert und man kann dem Entwickler genau sagen, dass es da ein Problem in Zusammenhang mit Plugin XYZ gibt. Wenn dann noch ne kleine Beschreibung des Problems dabei ist, geht es noch schneller :-)

Testen, testen und nochmals testen

Natürlich sollte man niemals und unter gar keinen Umständen einfach alles während des Betriebes einer öffentlichen zugänglichen Seite testen. Hierzu sollte man ein Testsystem aufbauen, wie ich es bereits in den Artikeln “WordPress-Testsystem, aber wie? Und wieso eigentlich?” und “Warum brauche ich ein Testsystem” beschrieben habe. Kann einem im Zweifelsfall sehr viel Ärger ersparen.

Fazit

Ihr seht, es ist gar nicht so schwer, den Entwickler etwas zu entlasten. Denn eines dürft ihr nie vergessen, wir schreiben diese Software oftmals in unserer Freizeit. Ein Großteil ist OpenSource und somit für euch kostenlos und wir verdienen daran nichts, außer einer gelegentlichen Spende via Flattr oder PayPal. Diese sind sehr schön und erfreulich, decken aber bei weitem nicht den Aufwand und die investierte Zeit ab. Lest euch die bereits vorhandenen Kommentare durch, schaut ob es hier schon eine Lösung gibt. Versucht eventuell selbst auf Wechselwirkungen mit anderen Plugins und/oder Themes aufmerksam zu werden. Nicht immer ist es die “Schuld” des Entwicklers, den ihr gerade anschreiben wollt.

In diesem Sinne, denkt mal drüber nach und auch wenn die Software für euch kostenlos ist, überlegt vielleicht mal eine Minute ob es nicht eventuell doch den einen oder andern Euro wert sein könnte. Euch tut es nicht weh und der Entwickler freut sich :-)

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Eine Meinung zu “Wie mache ich dem Entwickler das Leben einfacher

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