Wie dem auch sei, Ankunft auf dem Zeltplatz, also Zelte aufbauen. Das Zelt was ich mir mit einer Bekannten teilte, war sehr schnell aufgebaut, unter 10 Minuten, nur Benni und Jasmin brauchten mit ihren Zelt schon etwas länger. Nach etwa einer Stunde, mehreren tatkräftigen Helfern und diversen Lachkrämpfen stand dann auch dieses endlich. Und schon wurden die ersten Rufe nach Helga laut. Leider konnte bis zum Ende des Festivals nicht genau geklärt werden, wer Helga eigentlich ist, und warum sie von allen so schmerzlich vermisst wurde.

Also, die Zelte standen endlich, verstaut war auch alles, auf ins Kloster. Nein, wir wurden nicht fromm oder gar bekehrt, das ganze Spektakel fand im einem Kloster statt, dem Kloster zu Schiffenberg. Eine wundervolle Kulisse für ein solches Festival.

Den Anfang am Freitag machen „Des Königs Halunken“ direkt gefolgt von Ingrimm. Ok, wir waren nicht wegen diesen beiden da, sondern wegen dem Headliner des Freitags, Cultus Ferox. Diese sorgten ja schon in Gelnhausen beim Stadtfest zum 840 Jahrestag der Stadt für anständig Stimmung vor meiner Haustür. Und was soll ich lange um den heißen Brei reden, es war einfach nur GEIL! Der Met floss in rauen Mengen unsre Kehlen runter und Cultus sorgten dafür, dass keinem von uns wirklich kalt wurde. Im Gegenteil, es war warm.

Ach ja, eine kleine „Peinlichkeit“ war dann da doch noch, aber seht selbst. (Achtung, leider extrem schlechter Ton, es war zu laut für die Kamera)

Nach dem Konzert gab es das obligatorische Wiedersehens-SitIn mit einigen der Band und natürlich durften auch Katarina und Naomi von „Rettet den Spielmann“ hierbei nicht fehlen. Der erste Abend klang also nach einem bombastischen Konzert recht beschaulich auf dem Zeltplatz aus. Einige Hartnäckige suchten immer noch nach Helga.

Samstag, zu kurze Nacht, Jagd nach Essbarem:

Der Samstag kam zu früh, eindeutig. Irgendwie sind die Nächte immer viel zu kurz auf solchen Festivals. Also, schnell mit einigen Zeltnachbarn einen Kaffee getrunken und dann ab nach Gießen, Nahrung suchen! Da unsere Gruppe recht gemischt war, darunter auch eine Vegetarierin, war dieses Unterfangen nicht ganz so einfach. Drei Herren waren einstimmig für Fleisch auf Fleisch garniert mit Fleisch und mit Fleisch überbacken. Hauptsache totes Tier, wir hätten dieses notfalls auch selbst gejagt und erlegt. Da dies allerdings in der Innenstadt von Gießen etwas schwer möglich ist, haben wir nach einer Fressbude Ausschau gehalten. Unsere vegetarische Begleitung war mit unseren Frühstücksvorstellungen so gar nicht in Einklang zu bringen. Irgendwann lief uns ein Subways über den Weg, da gabs dann für alle was.

Gegen Mittag, ja wir waren einige Zeit unterwegs, trudelten wir wieder auf dem Zeltplatz ein, wo dann auch die „vermisste“ Christine (a.k.a. Krähe)  wieder auftauchte. Immer noch wurde völlig verzweifelt nach Helga gesucht und immer noch meldete sie sich nicht.

Den musikalischen Auftakt für Samstag gaben Elderich, die wir irgendwie verpassten. Aber für den Samstag waren für uns eigentlich nur Corvus Corax, Schlemisch, Eluveitie und Tanzwut von Interesse. So hatten wir noch genug Zeit, bis „unsere“ Bands aufspielten. Also schlossen wir uns für kurze zeit der Suche nach Helga an, welche sich auch bei uns nicht einfand.

Der Abend kam recht schnell, die sinkenden Temperaturen somit auch. Corvus Corax spielten auf, was uns dazu bewegt den Zeltplatz in Richtung Kloster zu verlassen. Ich muss zugeben, ich habe mir die Truppe irgendwie interessanter vorgestellt. Auch bei den anwesenden Besuchern wollte sich keine so richtige Stimmung einstellen. Dies hatte sich aber mit dem Auftritt von Schelmisch schlagartig geändert. Leute, ich sage euch, da ging der Hype ab. Da steppte der Papst im Kettenhemd und das Publikum verwandelte sich in eine fast homogene auf und ab springende Masse. Auch Eluveitie konnten diesen Effekt beim Publikum geschickt halten.

Als dann die Umbaupause zu Tanzwut gekommen war, muss ich zugeben, hat es mich gen Zeltplatz gezogen, da mir ganz bös die Ohren klingelten und ich nicht mehr wirklich stehen konnte. Schade eigentlich, denn Tanzwut wäre noch schön gewesen. Ok, alles nur halb so schlimm, die Jungens waren so verdammt laut, das sie auch auf dem Zeltplatz ohne größere Probleme bestens zu hören waren. Also versuchten wir uns dort an einem kleinen Lagerfeuer, welches bei den „Zurückgebliebenen“ immer mehr Anklang fand. Auch wurde das restliche Grillgut gekonnt „vernichtet“ zusammen mit viel Kirschmet und Bier. Eine kleine Feuertanzeinlage gab es dann auch noch obendrauf. So ließen wir den Samstag ausklingen, im wahrsten Sinne des Worten, denn Tanzwut spielten immer noch und die Stimmung am Lagerfeuer war trotz der bisher nicht aufgefundenen Helga einfach grandios.

Sonntag, Zelte abbauen und Abmarsch:

Auch diese Nacht war wieder viel zu kurz, aber was will man erwarten. Viele sind schon am Samstag Abend nach dem Tanzwut-Konzert abgereist, aber wir hatten ja unser Lagerfeuer. Der Sonntag Morgen wartete mit Sonnenschein auf, was die Temperaturen etwas anhob. Angenehm war es auf jeden Fall, war doch die Nacht recht kühl.

Nach einem kleinen Kaffee bauten wir unsere Zelte ab, auch dieses Mal war unser wieder schneller verpackt als das von Benni und Jasmin. Nachdem alles im Auto verstaut war, machten auch wir uns auf den Heimweg. Ich weiß, total unspektakulär, aber auch das muss mal sein :-)

Alles in Allem

War es ein gelungenes Wochenende mit viel genialer Musik in einer wunderschönen Kulisse. Helga wurde wirklich nicht gefunden, aber vielleicht ist sie ja beim nächsten Festival anwesend. Selbiges hoffe ich im Übrigen auch von meiner Stimme, die ist irgendwie an diesem Wochenende verloren gegangen. Also, wer zwischen Gießen und Gelnhausen wohnt und eine einsam umher irrende Stimme findet, darf sie mir gerne zuschicken.

8 Meinungen zu “1. Schiffenberger Mittelalterfestival ist vorüber, Helga wurde nicht gefunden

  1. HELGAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!111111einseinseinselfelf

    Und den Typ aufm Video, dessen Haare wohl Richtung Mund / Kinn verrutscht sind, kenn ich *g*

    Freut mich das du son tolles Wochenende hattes :-)
    Ich hoff ich schaffst auch mal wieder zu solch einer Veranstaltung ….

  2. Was ich auf diesem Festival sehr schön fand, waren die Besucher. Alle Altersgruppen vertreten. Von kleinen „Hosenscheißern“ bis hin zur Urgroßmutter war alles dabei und alles am feiern. Sehr schön so was.

    Auch war es schön mit anzusehen, dass hier die ältere Generation keinerlei Berührungsängste zur schwarzen Szene hatte, welche ja nun massenweise vertreten war. Im Gegenteil, da hat Opa gestandene Metaller untern Tisch gesoffen und ging mit den Worten „So geht das Jungs“.

  3. Hey das war dann mal ein echtes Erlebnis. Schön das dir das so gefallen hat, allerdings muss ich sagen das Zelten nicht unbedingt eine meiner bevorzugten Übernachtungsmöglichkeiten ist.
    Ich bin eher so der „Schnippen und Cocktail“ Typ. :) Aber so wie du das beschreibst sollte ich vielleicht mal ne Ausnahme machen. Schöner Artikel übrigens.

  4. Ach Du Scheiße, nach wieviel Met ist man denn so schmerzfrei? Wenn einer fragt, ich kenne Dich nicht *lol*

    Scheint ja echt geil gewesen zu sein und das ist ja die Hauptsache. Aber das Video hätte ich verbrannt oder war das der Herr Restalkohol, der das hochgeladen hat? *gg*

  5. @Chaosweib:
    Das Video habe nicht ich gemacht, sondern eine Besucherin des Festes. Und nein, so sehr viel muss man dazu nicht getrunken zu haben. Waren zwar schon drei Flaschen Kirschmet an dem Abend, aber das reicht nicht zu einem Blackout oder gar zum Verlust aller Kontrolle.

    @Dennis:
    Ich glaube mit einer solchen Einstellung hätten die die Jungens auf dem Zeltplatz gefressen, oder so. Auf Festivals wird gezeltet, das gehört einfach dazu. Alles andre ist nur für Mädchen *lach*

    @Kai:
    Da Met nicht aus Trauben gemacht wird, gibt der auch keinen Kater .-)
    Kater gibt nur billiger Met, welcher dann meistens nur gestreckter Weißwein ist. Das was Kopfschmerzen macht sind die vergorenen Trauben bzw. der relativ hohe Schwefelanteil im Weißwein. Beides gibt es in echtem Met nicht.

  6. @dennis

    Das denke ich auch. Auf solchen Festivals muss einfach gezeltet werden. Auch wenn man sich den Arsch abfriert. Nur so kann man sich die Kante geben und noch dabei Feiergenossen kennenlernen.

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