Da stand ich also heute früh um kurz vor sieben am Bahnhof Barth rum und wartete Geduldig auf den Zug. Während ich da so vor mich hinwartete, stellte ich mit erstaunen fest, dass der Bahnsteig und der Ort, wo ich die Gleise vermutete eine Ebene bildeten. Mit andern Worten, da ist schon lange nichts mehr gefahren. Ich machte mich also auf die Suche nach einem Hinweis oder zumindest einen Zettel, welcher mir Gewissheit verschaffte – Fehlanzeige.

Nachdem ich da nun stand, und immer noch kein Zug in Sicht, entschied ich mich doch mal bei der Kundenbetreuung der entsprechenden Bahngesellschaft anzurufen. Eine freundliche weibliche Stimme begrüßte mich dort auch recht schnell.

Pfeufer, guten Morgen. Ich hätt nur gerne mal gewusst, ob aus Barth noch irgendwie ein Rauskommen ist oder ob ihr den Ort schon aufgegeben habt.

Die Dame am andern Ende der Leitung musste erst mal herzhaft lachen. Als sie sich wieder gefangen hatte, teilte sie mir mit, dass schon seit etwa einer Woche kein Zug mehr aus Barth heraus gefahren sei. Aber Schienenersatzverkehr solle fahren. Von Ribnitz über Löbnitz nach Stralsund. In dieser Aufzählung fehlte mir nun aber irgendwie Barth. Nach etwas genauerer Nachfrage liess die Gutste verlauten, dass Barth nicht angefahren wird und die dichteste Haltestelle für den Ersatzverkehr Löbnitz sei. Sind ja nur knappe 8 km bis dahin. Auch wies ich sie darauf hin, dass eine Information am Bahnhof selbst sehr nett gewesen wäre, auch wenn diese nur aus einem Zettel mit er Aufschrift „Ällabätsch, Du kommst hier nicht weg“ bestanden hätte. Aber da verliess sie ihr Humor und sie legte auf.

Nun gut, so rief ich also meinen alten Herren an mit der Bitte, ob er mich nach Stralsund zum Bahnhof bringen könne. Ging dann ach alles glatt (nein, dies ist kein Wortspiel) und ich konnte in Stralsund meinem Zug zu mindestens noch hinterherwinken. Der fuhr nämlich pünktlich ab.

Was solls, so hatte ich wenigstens noch Zeit mir direkt am Bahnhof einen Fahrkarte zu kaufen, was ich sonst hätte im Zug machen müssen. Also, nächste Verbindung herausgesucht und was soll ich sagen. Ohne Probleme. Ich bin erstaunt !! Nun bin ich also, nach neuer Verbindung pünktlich in Dresden angekommen und warte hier nun auf das langersehnte Abendbrot :-)

Ach ja, einen Hinweis hab ich noch für alle Bahngesellschaften. Schnee ist kein Grund nicht zu fahren, nehmt euch an folgendem Video mal ein Beispiel.

3 Meinungen zu “Ein Winterausflug mit der Bahn

  1. Ich lach mich weg – geiler Schneepflug ;-)….

    Jaja, sowas aber auch, wie kann der Winter bloss so unangekündigt kommen??? Unverschämt.

    Ansonsten: Soooo schlimm finde ich die DB auch nicht. Musste vor einigen Jahren alle zwei Wochen gut 1200 km überwinden. Ja, es war oft mit Verspätung und so manche Verbindung scheiterte. Schaut man aber, was Grund für Verspätungen ist, muss man es mit der Kritik anpassen. Kinder auf den Gleisen, Buschbrand am Tunneleingang, Springer vor dem HBF oder Kind aus dem Zug ausgestiegen (muss dann erstmal am HBF gesucht werden).

    Das sind Umstände, die kann man der DB sicher nicht in die Schuhe schieben. Und nur einmal war es ein Versagen der Bahn, als die Klimaanlage kaputt war und es im Zug 2 Stunden lang regnete.

    Bei Verspätungen verteilt die Bahn wenigstens Kaffee, Getränke und Gummibärchen für die Kids. Hilft zwar nicht viel, ist aber zumindest eine nette Geste.

    Toller Artikel.

    LG, Steffi

  2. Ein sehr schöner Artikel, spricht regelmäßigen Bahnfahrern aus der Seele. Natürlich kann man der Bahn nicht alles in die Schuhe schieben, aber eben vieles. Ein paar Beispiele von unserer Regional-Bahn (RMV):
    Sommer: Die Fenster lassen sich nicht mehr öffnen wegen Klimaanlage. Die Klimaanlage geht natürlich nicht.
    Winter: Die Hälfte der Türen geht nicht auf wegen dem Frost.
    Ganzjährig: Der Fahrkartenautomat funktioniert nicht und der Schaffner raunzt einen an, weil man keine Karte hat.

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