Leider stellt man genau diesen Fehler erst fest, wenn man eigentlich davon ausgeht, dass man endlich ein lauffähiges System hat und so richtig loslegen will. Doch dann liest man bei den Kernelausgaben folgende Meldung:

init-early.sh used greatest stack depth: 5762 *1) bytes left

Und es geht einfach nicht weiter. Kann einen schon zum Verzweifeln bringen, denn wirklich aussagekräftig ist das nicht.

Des Rätsels Lösung

Der Teufel steckt wie immer im Detail, gerade bei Gentoo Linux. Doch dieses Mal handelt es sich nicht um einen Fehler bei der Installation, sondern um einen Fehler im aktuellen Stage-3-Archiv. Dieses beinhaltet ein unvollständiges /dev/-Verzeichnis, was an einem kleinen Fehler mit dem dortig implementierten baselayout2 liegt, und somit kann der Kernel damit nichts anfangen.

Also, noch mal die Install-CD ins Laufwerk und den Rechner mit dieser neu starten. Nach dem nun wieder die Shell zu sehen ist, einfach Folgendes eingeben.

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mount /dev/sda1 /mnt/gentoo
cd /mnt/gentoo/dev

Lässt man sich nun den Inhalt dieses Verzeichnisses auflisten, so findet sich dort nur eine Datei mit den Namen „null“. Diese ist natürlich so wie sie dort steht komplett sinnfrei und muss weg. Danach werden die richtigen Knoten erstellt.

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rm null
mknod --mode=600 console c 5 1
mknod --mode=666 null c 1 3
mknod --mode=666 zero c 1 5

Ist dies vollbracht, so sieht das schon alles ganz anders aus.

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crw------- 1 root root        5,   1 May 28 10:28 console
crw-rw-rw- 1 root root        1,   3 May 28 10:27 null
crw-rw-rw- 1 root root        1,   5 May 28 10:27 zero

Man achte hier auf das führende „c“ am Anfang einer jeden Zeile. Dieses markiert die Datei als ein spezielles Device. Somit ist des nun möglich, dass udev starten kann und den Rest der Devices anlegt. Sicherheitshalber sollte man noch einen Blick in ein anderes Verzeichnis werfen, da udev nicht mehr automatisch von OpenRC gestartet wird. Dies sollte ebenfalls behoben werden.

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ls -l /mnt/gentoo/etc/runlevels/sysinit

Fehlt hier der Eintrag für udev, so sollte dieser nachgeholt werden.

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2
cd /mnt/gentoo/etc/runlevels/sysinit
ln -s /mnt/gentoo/etc/init.d/udev udev

Nun kann das System neu gestartet werden und wenn alles richtig gemacht wurde, startet es auch wirklich und ihr habt ein laufendes Gentoo Linux :-)

Viel Spaß!

Fussnoten

*1) Die Anzahl der verbleibenden Bytes kann durchaus von System zu System variieren.

Eine Meinung zu “Gentoo: Kernel stoppt bei init-early.sh nach Neuinstallation

  1. Danke für den Tipp, ich war schon der Verzweiflung nahe, da der Kernel ja auch keine wirkliche Fehlermeldung raus gibt. Es betrifft übrigens auch schon das vorherige stage Archiv.

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