Durch eine solche Technologie kann man Piwik natürlich vorwerfen dem Datensammler Google-Analytics schwere Konkurrenz zu machen und das es schwer sei dies zu unterdrücken. Aber hier sei gesagt, man kann Piwik fast genau so blocken wie auch Google-Analytics, mit dem entsprechenden Browserplugin namens Adblock Plus. Dennoch ist es – ohne nun eine Pro/Contra-Diskussion zu Google entfachen zu wollen – nicht unbedingt fair, dass Google auferlegt wird, ein Plugin zum Blocken zu entwickeln und zu veröffentlichen und Piwik darf ohne.

Piwik selbst muss von der offiziellen Seite heruntergeladen und installiert werden, also in ein Verzeichnis auf dem Server der Seite, welche überwacht werden soll. Danach erhält man einen JavaScript-Trackingcode, welcher einfach in die Seite eingefügt wird. Zumindest dieser Teil ähnelt auch dem Vorgehen von Google-Analytics. Wenn man bei Piwik nun auch die Möglichkeit haben will, die Besucher zu zählen, welche kein JavaScript aktiviert haben, bietet sich in den Einstellungen noch die Option den oben erwähnten Zählpixel einzusetzen. Dieser wird in den NoScript-Bereich des Trackingcodes eingebunden.

Was genau macht Piwik-Analytics?

Im Grunde nichts anderes als Google-Analytics. Piwik wertet alles aus, was der Besucher von sich preisgibt. Also Betriebssystem, Browser /-version, Bildschirmauflösung, installierte Browserplugins (Java, Flash und so weiter), woher der Besucher kommt, auf welcher Seite er „landet“ und von welcher Seite er die Webpräsenz wieder verlässt. Nebenbei wird aufgezeichnet, welchen Weg der Besucher auf der Webseite genommen hat, wie lange er wo verweilte. Auch ist ersichtlich aus welchem Land der Besucher kommt, welchen Provider er nutzt und auch seine IP. Also im Grunde nichts anderes als Google mit Analytics auch macht.

Wie sehen diese Statistiken aus?

Piwik bietet zur Auswertung der gesammelten Daten ein eigenes Backend, weches in der Installation auf dem eigenen Server liegt. Hier wird wohl der große Vorteil gegenüber Google-Analytics liegen. Man muss sich nicht erst irgendwo registrieren, sondern hat alles was man braucht auf seinem eigenen Webserver.

Die Aufbereitung der Statistiken im Piwik-Backend sehen sehr aufgeräumt und übersichtlich aus.

Piwik-Analytics Backend

Piwik-Analytics Backend

Hier hat man nun auch die Möglichkeit diverse Filter einzufügen und über das obere Menü verschiedene Statistiken abzurufen. Dies ist um einiges übersichtlicher als bei Google-Analytics.

Was sagt der Datenschutz dazu?

Aus der Vergangenheit ist bekannt, das Google auch wegen seines Dienstes Analytics und diversen Bedenken in Hinsicht des Datenschutzes in den Schlagzeilen stand. Hier ging es hauptsächlich darum, dass der Besucher einer Seite augenscheinlich nicht weiß, dass seine Daten durch Google-Analytics ausgewertet werden. Auch die angeblich fehlende Möglichkeit dies zu unterbinden war den Datenschützern ein Dorn im Auge, woraufhin Google einige Änderungen an Analytics vornahm. Unter anderem wurden die IP-Adressen durch eine Option im Backend „beschnitten“ und so nicht mehr vollständig gespeichert.

Bei Piwik sieht es ganz ähnlich aus. Auch hier werden alle möglichen Daten gespeichert. Allerdings im Gegensatz zu Google nicht auf einem Server eines Multiinformationskonzern, sondern in einer Datenbank auf dem eigenen Server. Somit besteht nicht die große Gefahr, dass diese Daten in Zusammenhang mit anderen Daten gebracht werden können. Dennoch sollte man das Plugin zur Kürzung der IP-Adressen bei Piwik installieren.

Auch halte ich es, genau wie bei Google-Analytics bereits Pflicht – für wichtig, dass man im Impressum auf ein Tracking via Piwik-Analytics hinweist und den Besucher darüber aufklärt.

Kann ich Piwik erkennen?

Ja. Zu mindestens wenn man mit Firefox unterwegs ist. Denn für Firefox gibt es ein Plugin, welches in der Statusleiste solcherlei Trackingmethoden anzeigt. Dieses nennt sich Wappalizer und lässt sich ganz einfach installieren.

Kann ich Piwik blocken?

Ja. Auch hier gibt es einige Plugins die dieses bewerkstelligen. Eines davon ist Adblock-Plus für mittlerweile mehrere Browser. Hier hat man die Möglichkeit Filter zu erstellen und diese so anzupassen, dass neben Google-Analytics auch Piwik-Analytics geblockt wird.

Was ist nun der große Unterschied zwischen Piwik und Google-Analytics?

Eigentlich nur einer. Piwik liegt auf dem eigenen Server. Ansonsten liegt der Unterschied im schöneren und übersichtlicheren Backend. Auch muss man sich nicht erst bei einem Webservice anmelden.

Für beide Services gibt es auch ein WordPress-Plugin, welches die Auswertung – wenn auch nicht ganz so detailliert wie in den jeweiligen Backends – im WordPress-Dashboard darstellt.

Update (17. August 2010)

Wie ich gerade in den Weiten des Internets erfahren habe, gibt es zu mindestens für Piwik eine offizielle App mit dem schönen Namen Piwik mobile für Android und iPhone.

Ich habe diese gerade getestet und muss sagen, sie macht einen guten Eindruck. Sehr übersichtlich und aufgeräumt. Auch ist diese App leicht zu bedienen. Dies bringt Piwik in meinen Augen durchaus einen Vorteil.

17 Meinungen zu “Piwik-Analytics vs. Google-Analytics

  1. Also je mehr ich darüber lese, desto interessanter wird das Tool. Wenn ich das zeitlich schaffe werde ich wohl am WE mal eine Subdomain damit belasten und nachsehen was da tatsächlich so geht. Obwohl ich ja bei Webmaster-Imho schon die Vermutung geäußert habe das es Vorteile bringt wenn man Google mit seinen eigenen Daten füttert.

  2. Ja, das Tool ist schon interessant. Auch wenn die Statistiken, auf Grund der Möglichkeit diese recht simpel blocken zu können, nicht wirklich aussagekräftig sind. Es ist dann eben nur ein Schnitt der Besucher, die es nicht geblockt haben, oder dies explizit zulassen. Gleiches gilt natürlich auch für Google-Analytics.

    Ich persönlich setze, wenn es rein um das Zählen der Besucher geht, eher auf Lösungen die auf PHP basieren. Auch da bekommt man genug Infos über seine Besucher und diese kann man nicht so schnell „ausheben“. Für „normale“ Webseiten gibt es da den CHCounter, welchen ich sehr gerne einsetze. Für WordPress gibt es das Statpress-Plugin. Beide Lösungen bieten ebenfalls ein sehr detailliertes Backend zur Auswertung der Statistik.

  3. Ich setze piwik seit dem 1. release auf mehreren portalen ein und kann nicht bestätigen, das es vorteile gibt wenn man google via GA seine daten übermittelt.

  4. Ok, um die Diskussion mal etwas anzufachen. :-)

    Dennis Farin :Obwohl ich ja bei Webmaster-Imho schon die Vermutung geäußert habe das es Vorteile bringt wenn man Google mit seinen eigenen Daten füttert.

    Welche Daten und welche Vorteile?
    Denn ich kann nur sagen, dass Google Analytics nicht wirklich etwas mit Seitenoptimierung zu tu hat. Daher kann ich mir da keine wirklichen Vorteile vorstellen, also zumindest nicht was das Ranking bei Google angeht. Kann aber auch sein, dass ich gerade in eine völlig falsche Richtung denke.

  5. Nunj, ich möchte keine Abhandlung dazu schreiben *g*, aber alle wissen Google ist riesig und zumindest „Teil-Mächtig“. Alle haben Angst vor der Sandbox oder gar dem kompletten Rauswurf aus dem Index etc.
    Nun trotz des riesigen Netzwerkes und mannigfaltigen Apps die Google uns zur Verfügung stellt, und den damit verbundenen Stats, werden die sich kaum die Mühe machen eine „kleine“ Seite bis ins Detail auszuleuchten um Sie kategorisieren zu können.
    Jedoch wissen wir Google verdient Geld mit Werbung, Werbung zieht am besten wenn ich diese mit themenaffinem Content anbiete und so der Zielgruppe einen echten Mehrwert biete. „Bierwerbung / Sport“ ist einfach immer ein absolut geiles Beispiel, oder „Sitcom / Putzmittel / Mode“ (Sry Mädels,aber so sieht es nun mal aus.

    Nun bieten WIR Google mit GA die Möglichkeit das WIR freiwillig die wichtigsten Daten fürs Produkt Placement liefern. (Wer, Wann, Woher, zu welchem Zweck) Durch Keywords, GeoTagging usw..usw..usw.
    Google weiß nun also so ziemlich alles um mit unserer Seite Geld zu verdienen. Ohne diese Informationen kann Google lediglich den Inhalt unserer Seite Indizieren, hat jedoch null Ahnung welcher Artikel wie lange besucht wird, und wie mit den Informationen umgegangen wird.

    Google verdient JETZT Geld mit unseren Webseiten, ohne uns etwas abgeben zu müssen.
    Und GELD REGIERT DIE WELT, jeder der mir was anderes erzählen will zieht sich die Hose wahrscheinlich auch noch mit der Kneifzangen an.

    Von daher meine Vermutung, je mehr Informationen ich Google liefere um MEHR Geld mit/an mir zu verdienen, im passenden Verhältnis zu denen wo Google nichts verdient…Ranking…Wert..
    Na,dämmert es ?

    Ich erinnere mich da gerne an den Film mit dem kurzen… Minority Report, weis das noch wer, Iris-Augen-Scan / Werbe-Holo-Switch (wo der auf der Flucht ist). Die Technik heute ist noch nicht soooo weit, aber weit genug und das Prinzip ist haargenau das gleiche !

  6. Mist, hier darf ich auch nicht editieren, ich sollte mir mal angewöhnen meine Comments erst in Word zu verfassen und erst nach dreimaliger Prüfung zu veröffentlichen. Hmprf.. aber so ist das nun mal wenn zuviel Content aus dem Kopf will aber den Weg zu den Fingern nicht schafft :)

  7. Hey, ich seh‘ schon… der Piwik-Virus breitet sich aus… :-)
    Aber mal zu Google:
    Die Sache mit den „mehr Informationen zum plazieren von Werbung“ ist eine Sache, so weit hatte ich vorher noch garnicht gedacht. Eine andere ist das Gerücht das ich schon vereinzelt gelesen habe, daß es sein könnte, daß Google Seiten die (und das wünscht sich Google ja) „brav“ alle Google-Dienste nutzen bei Google sowas wie einen Bonus bekommen.
    Aber wie man’s dreht, in beiden Fällen würde stehen, daß „Google-Dienst-Benutzer“, nur auf Grund dieser Tatsache, einen Vorteil hätten.
    Und ehrlich gesagt kann.. oder besser will ich mir das garnicht vorstellen… wäre echt ein hartes Ding.
    …Obwohl… die wenigsten Firmen, die eine riesen Marktmacht erlangen, können widerstehen diese auch auszunutzen… wer weiß, wer weiß…

  8. Wenn alle Firmen so gemeinnützig wären, wie sie sich selbst darstellen, gebe es diese nicht, ebenfalls bräuchten wir keine Regulierungsbehörden, Kartellämter und wozu noch Geld als Tauschmittel ?
    Ich persönlich lebe auch in dieser Raumschiff Enterprise Traumwelt in dem wir alle gemeinsam ein höheres Ziel verfolgen, aber mal ehrlich die Realität ist knallhart in dem nur der stärkere überlebt. Damit der starke jedoch stärker wird braucht er viele „schwache“ die sich ihm anschließen und den Rücken stärken, das erreicht man mit der Suggestion von Gemeinnützigkeit.
    Wenn ich mich auf einen anderen verlassen kann werde ich selbst stärker, das Gemeinschaftsgefühl wächst und bildet eine Übermacht aus.
    Mach dir mal intensiv Gedanken was passiert wenn Google die Schnauze voll hat und von heute auf morgen den Dienst einstellt.
    :)

  9. Wo du recht hast, haste recht! Und obwohl ich mich auch zu den „Trekkies“ rechne, weiß ich sehr wohl daß das Google-Motto „tue gutes“ am Ende auch nichts weiter als eine Image-Maßnahme ist. Und natürlich nutzen (alle) Firmen mit Marktmacht diese auch aus. Ganz besonders auch Google. Die Frage ist nur.. wie weit gehen sie?
    Aber wie auch immer… ich geh jetzt erstmal auf mein Holodeck, rufe mein Programm „Oliver-2“ auf (Untertitel: Heile Welt v2.0) und hole mir Kraft für die knallharte reale Welt da draußen… ;-)

  10. Um mal in diese Diskussion um Vorteile durch Nutzung der Google-Dienste auch etwas einzubrngen, kann ich nur sagen, dass es sich nicht weiter auf die Seitenbewertung auswirkt, wenn man diese alle nutzt. Gerade was Anayltics angeht, ist dies nichts weiter als ein Tool zur Auswertung des Nutzerverhaltens auf der Seite. Nicht für Google, sondern für den Seitenbetreiber selbst.

    Was die Schaltung von Werbung angeht, so hat Google da eigene Algorithmen, welche nichts mit Analytics zu tun haben. Dafür werden schlichtweg Tracingcookies verwendet. Natürlich kann Google Analytics wohl auch dieses auswerten, bin mir da aber nicht absolut sicher.

    Die Information, woher ein Besucher kommt, ist ein offenes Geheimnis, dazu muss sich Google nicht ein mal anstrengen um dies zu erfahren. Somit auch nicht Analytics. Der Referrer wird in PHP oder auch jeder anderen serverbasierenden Sprache mittels eines Superglobalen Arrays gespeichert und kann somit ohne große Anstrengungen ausgelesen werden.

    Dass man nun Vorteile bei der Platzierung der eigenen Webseite im Ranking von Google hat, nur weil man alle möglichen Statistik- und Tracking-Dienste von Google nutzt, ist schlichtweg ein Gerücht. Dies wäre eine sehr ineffiziente Methode, da diese allesamt auf JavaScript basieren und zu einfach zu blocken sind.

    Natürlich könnte man nun Google vorwerfen eventuell auch die Daten aus dem eigenen Analytics-Dienst irgendwie zu nutzen. Aber dann sollte man diesen Vorwurf allen machen, die solche Dienste stellen, denn es ist ein Leichtes, solche Daten zu sammeln. Und sind wir doch mal ganz ehrlich, wer an Anonymität im Netz glaubt, der sollte lieber sein DSL kündigen, denn diese vermeintliche Anonymität gibt es nicht. Allein der Browser errät schon eine Menge, wenn man seine Daten ausliest und dazu braucht man keine Dienste wie Google-Analytics oder Piwik und wie sie nicht noch alle heißen.

    In diesem Sinne :-)

  11. Das Tool sieht erstmal vielversprechend aus, allerdings hatte ich etwas mehr erwartet als „nur“ einen Counter. Aber ich denke mal wenn das nicht alles wahr und die Entwicklung noch ein bisschen weitergeht, hat der Connector echt potenzial.

  12. Hallo Hans-Peter,

    um auf den Kommentar von Dennis einzugehen: Wir haben uns als Startup genau der Erstellung eines solchen Connectors spezielisiert. Alle Daten, die Ihr dort hinschickt, werden in einem Echtzeit Widget visualisiert.

    Wie wichtig ist euch das Thema Echtzeit im Bereich der Analytics?

    Natürlich würden wir uns auch über Feedback zu unserem neuen Produkt freuen :)
    http://www.youtube.com/watch?v=bV2gEZGdfWQ

    Sind gerade beim start2grow Wettbewerb 2010 in der Endausscheidung – drückt uns die Daumen!

    Vielen Dank!

  13. Hallo Janis, der Peter heißt nicht HANS !!!!
    Für mich ist Echtzeit nur interessant wenn es um die Auswertungen von Twitter und co geht. Die normalen Userhits und PageViews sollten halten statistisch da sein müssen aber nicht unbedingt live verfolgt werden können.

    @Peter Woher weis dein Blog wer ich bin ?!?! Jetzt kann ich hier ja gar kein Keywordspamming mehr machen. *g*

  14. Holla,

    Ja, ich heiße wirklich nicht Hans !
    Es ist schon interessant mit anzusehen, wie viele glauben, das H stehe für Hans, warum auch immer. Noch interessanter ist es, dass viele meinem, den Namen ausschreiben zu müssen. Es steht dort H.-Peter geschrieben, also ist es auch H.-Peter und nicht irgend etwas anderes.

    @Jannis:
    Ich kann eurem Video leider nicht entnehmen, wozu dieser Service nun wirklich gut sein soll. Echtzeitusertracking ist eigentlich nur interessant, wenn man diese Daten auch braucht. In eurem Video wird als Beispiel das Alter hergenommen. Das ist nun wirklich eine der uninteressantesten Daten. Nebenher bemerkt, woher soll eine solche Applikation das Alter eines Users erfahren. Doch nur, wenn dieser User auch irgendwie bei diesem Service angemeldet ist, was das Usertracking bzw. die Erhebung einer guten Satistik doch wieder zunichte macht. Auch sehe ich da wieder einige datenschutzrechtliche Probleme auftauchen.

    In sofern denke ich, ist dies nichts was ich benötige und greife dabei lieber auf die bestehenden Möglichkeiten zur Statistikerhebung zurück. Ein weiteres Problem ist die Art und Weise der Einbindung mittels file_get_contents();, was nicht überall funktioniert, auf Grund von PHP-Safe-Mode und/oder Open-Basedir-Restriktionen. Also da müsste noch etwas dran gearbeitet werden :-)

    @Dennis:
    Ganz einfach, ich bin Bäcker und verteile Keks, auch auf Deinem Rechner. Mit anderen Worten. es wird ein Browsercookie gesetzt, welches diese Informationen enthält, und somit diese Felder wieder ausfüllt, sobald Du hier einmal kommentiert hast.

    In diesem Sinne :-)

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