Versionsnummern für das Internet

Versionsnummern begegnen uns beinahe täglich und fast überall. Dabei gibt es sogar eine Art Richtlinie, wie eine solche Versionsnummer aufgebaut sein sollte. Die meisten folgen dieser, nach dem Schema xx.xx.xx. Also meist aufgeteilt in drei Blöcke, die alle drei eine andere Bedeutung haben aber erst in der Gesamtheit die wirkliche Version ergeben. Dies hat bei Programmen durchaus Sinn, denn so kennzeichnet man den Stand der Entwicklung des Programms und man kann recht schnell überblicken, ob es schon älter ist oder doch aktuell.

Auch bei Betriebssystemen wird eine Versionierung eingesetzt. Hier allerdings eher selten nach dem oben genannten Schema, es sind eher Beinamen wie zum Beispiel XP und Vista bei Windows, Maverick Meerkat und Natty Narwhal bei Ubuntu Linux. Natürlich gibt es auch Betriebssysteme, welche einer numerischen Versionierung folgen.

Aber wie verhält sich das nun bei einem Netzwerk – was das Internet ja eigentlich ist? Gibt es da eine Version? Und wenn ja, gab es eine Version 0?

Genau genommen gab es diese. Also die Intitialversion, nannte sich Arpanet (Advanced Research Projects Agency Network). Dies ist/war quasi die Urversion des Internets und wurde etwa ab 1962 im Auftrag der US-Luftwaffe von einer kleinen Forschergruppe unter der Leitung des Massachusetts Institute of Technology und des US-Verteidigungsministeriums entwickelt. Erst viel später ergab sich die zivile Nutzung durch Universitäten, Bildungseinrichtungen und Forschungszentren. Also kann man, wenn man es genau nimmt, das Arpanet als Alphatest, also Version 0, betrachten.

Was ist nun eigentlich Web 2.0?

Social Media Seifenblase

Social Media Seifenblase

Und wo sind die Releases mit der Versionsnummer 1 geblieben? Ich denke, zu aller erst sollte man wirklich den Begriff „Web 2.0“ klären.

Das Internet wie man es heute kennt, wird sehr häufig als Web 2.0 betitelt. Gemeint ist damit im Grunde genommen nicht anderes als ein interaktives Mitmachinternet. Also eine Ansammlung von vielen verschiedenen Diensten, welche genutzt werden und in denen der Nutzer selbst Inhalte erstellen kann. Wurden „früher“ die Inhalte hauptsächlich von Webmastern für Seitenbetreiber erstellt, so hat heute jeder die Möglichkeit über Dienste wie Twitter, Facebook, MySpace und so weiter, eigene Inhalte zu veröffentlichen. Nicht in Form von Webseiten, sondern sind diese Inhalte eher als kleine Visitenkarten – Profile – zu sehen. Jedes dieser Profile enthält Informationen über den Besitzer. So wird jeder selbst – ob freiwillig oder nicht sei hier mal dahingestellt – zu einem Teil des Internets und somit zu einem Teil vom großen Ganzen.

Dies hat natürlich nicht nur Positives, denn hier verhält es sich wie mit allem andern auch. Es gibt zwei Seiten der Medaille. So ist dieses große Mitmachnetz Segen und Fluch zu gleich. Stichwort Onlinereputation – das Netz vergisst nie. Alles was irgendwann mal irgendwer im Internet veröffentlicht hat, lässt sich abrufen. Das Internet hat ein enorm gutes Gedächtnis. Die Bilder der letzten nächtlichen Sauforgie und derer Auswirkungen bleiben genau so erhalten wie Lobeshymnen auf diverse Leistungen und so zeichnet sich ein Bild des Nutzers ab. Anonymität ist hier für wahr ein Trugschluss. Diese Zeiten sind schlicht und ergreifend vorbei. Denn gerade durch die Möglichkeit immer und überall im Netz präsent zu sein gibt man natürlich einen Teil seiner Privatsphäre preis und andere Nutzer sehen dies.

Welche Version ist denn nun die Aktuelle?

Dies ist eine Frage, die man – so denke ich – nicht wirklich beantworten kann. Eine neue Version geht immer einher mit Neuerungen. Und diese gibt es im Internet beinahe mehrfach täglich. Allein aus diesem Gesichtspunkt wäre Version 2.0 schon seit Jahren völlig veraltet und überholt.

Auch bin ich der Meinung, dass man das Internet nicht wirklich in Versionen aufteilen kann, da hier einfach zu viel ineinander übergeht. Ich erinnere mich noch an die Zeiten von statischen HTML-Seiten die lange ihr Daseinsberechtigung hatten. Diese wurden abgelöst durch pseudodynamische PHP-Seiten und mittlerweile ergänzt durch hunderttausend verschiedene Javascripte, welche dem Besucher das Erlebnis völliger Interaktion vermitteln können. Womit wir wieder beim Mitmachnetz angelangt wären. Allein auf Grund dieser Entwicklung wäre schon eine wesentlich höhere Versionsnummer als „nur“ 2.0 angemessen.

Mein Fazit daraus

Eine wirkliche Versionierung des Internets ist so nicht möglich. Begriffe wie Web 2.0 und vielleicht irgendwann mal Web 3.0 beschreiben nur ein subjektives Erlebnis, welches der Besucher oder der Nutzer im Internet hat. Dies wird verstärkt durch mehr und mehr interaktive Inhalte und der Möglichkeit in beinahe Echtzeit mit seinem gegenüber zu kommunizieren. Es bleibt nur abzuwarten, ob man sich irgendwann nicht in der Fülle der Möglichkeiten verläuft und keinen Weg mehr heraus findet …

Mitmachen geht immer

Ganz nach dem „Web 2.0-Gedanken“ dürft ihr hier natürlich auch eure Meinung kund tun. Denn darum geht es ja letztendlich im heutigen Netz (Version xy.z).

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